Sonntag, 26. September 2021

Ist das Mediummagazin ein "f├╝hrendes" Branchenblatt?

Milz weg, ersetzt durch Graf – Problem bleibt

┬áMedienwelt, 08. April 2021. (pro) Alexander Graf beerbt Annette Milz als Chefredakteur des „mediummagazins“. Dazu gab es Korrespondenz zwischen Herrn Graf und mir, der ich zw├Âlf Jahre Autor f├╝r dieses „Fachblatt“ war, das heute eher ein „Flachblatt“ ist. Ich dokumentiere meine Antwort an Herr Graf – das erste Schreiben nicht, seine Antwort auch nicht, man kann sich zusammenreimen, was darin stand. Meine Meinung zum Mediummagazin, dem Verleger, der „Herausgeberin“ ist deutlich. Und Herr Graf, der neue „Chef“, wird bald scheitern. Meine Meinung – ich korrigiere mich, wenn er die n├Ąchsten zwei Jahre ├╝bersteht.

Sehr geehrter Herr Graf,

weder Sie haben mich lieb, noch ich Sie, also lassen Sie uns bei der g├Ąngigen Briefformel bleiben.

Ich habe Ihrem Text ├╝ber mich niemals zugestimmt, sondern ihn zur Kenntnis genommen, mit allen erheblichen Schw├Ąchen und Fehlern. Wenn Sie sich erinnern, habe ich Ihnen mitgeteilt, dass ich sage, was ich sage, daf├╝r einstehe und dass Sie daf├╝r verantwortlich sind, was Sie draus machen.

Sie haben leider wenig bis gar nichts verstanden.

Ich habe in K├Ąmpfen noch niemals in der Ecke gestanden, denn ich bin immer in Bewegung.

Ihre erzeugten Bilder sind Bl├Âdsinn.

Ich habe noch nie in meinem Leben „wild um mich geschlagen“, weil ich mich bei k├Ârperlichen Auseinandersetzungen nie in „Bedr├Ąngnis“ befunden habe. Ich habe jeden k├Ârperlichen Kampf immer kontrolliert – deswegen habe ich auch nie etwas „abbekommen“. Alle Schl├Ąge, die ich leider gegen andere Menschen anwenden musste, waren pr├Ązise und wenn es sein musste, maximal brutal.

Daran hatte ich nie „Freude“, sondern Gewalt ekelt mich an – vor allem, wenn ich Menschen ber├╝hren muss, die mich anekeln, aber es keinen anderen Ausweg mehr gibt. Auch das habe ich Ihnen mitgeteilt.

Ich bin ein grundlegend friedlicher Mensch, aber immer bereit, mich zu wehren, wenn ich oder andere bedr├Ąngt werden. Auch das habe ich Ihnen mitgeteilt, das ist in Ihrem Text aber nicht ansatzweise zu lesen.

Sie haben notiert und mitgeschrieben, aber nicht wirklich verstanden, was ich Ihnen erz├Ąhlt habe.

Aber Sie haben sich viel M├╝he gegeben, das habe ich Ihnen auch positiv zur├╝ckgemeldet. Deswegen wollte ich Sie auch als Autoren gewinnen – ich glaubte, Sie h├Ątten Potenzial. Nat├╝rlich mit meiner Betreuung.

Jetzt sind Sie frischer Chefredakteur eines Mediums, f├╝r das ich zw├Âlf Jahre gearbeitet habe, ├╝ber viele Jahre sehr intensiv und pr├Ągend. Und immer selbstbestimmt.

Sie sind nicht mehr ganz jung, aber leider zu jung, um zu wissen, worauf Sie sich einlassen.

Das habe ich Ihnen versucht mitzuteilen – aber Sie schreiben mir was von „brustschlagenden F├Ąhigkeitsvergleichen“. Puh.

Das ist leider maximal primitiv. Ich schlage mir niemals auf die Brust.

Ich glaube immer noch, dass Sie Potenzial haben k├Ânnten – allerdings nur, wenn Sie sich geistig bewegen.

In Ihrem Text ├╝ber mich, schreiben Sie was ├╝ber meine „Selbst├╝bersch├Ątzung“. Das ist zum Beispiel einer Ihrer Fehler, gegen die ich nicht juristisch vorgehe, weil das nicht m├Âglich ist, ist halt Ihre dumme Meinung. D├╝rfen Sie so schreiben.

Ich erinnere mich aber genau an unsere Gespr├Ąche und ich habe Ihnen mitgeteilt, dass der Zweifel an allem, auch mir, Teil meines Lebens ist und die erste Redaktionsregel lautet – „Traue keinem“. Sich selbst eingeschlossen. Sie haben also genau das Gegenteil geschrieben und behauptet, was mich ausmacht.

Ich ├╝bersch├Ątze mich nie selbst, sondern trage den Zweifel als leuchtende Kerze in mir, weil das der einzig wahre journalistische Wegweiser ist. Sie haben versucht, von mir ein gegenteiliges Bild zu erzeugen. Warum? Sie haben es aus erster Hand besser wissen k├Ânnen. Wollen Sie mich entgegen besseren Wissens vors├Ątzlich diskreditieren?

Meine Ausf├╝hrungen haben Sie entweder ├╝berh├Ârt oder nicht verstanden oder nicht verstehen wollen oder es hat nicht in Ihre Blaupause ihrer vorgefertigten Meinung ├╝ber mich gepasst.

Deswegen ist Ihr Text schei├če – das Portr├Ąt trifft mich nicht ansatzweise. Sie haben von vielen Dingen genau keine Ahnung: „Noch lange nicht am Boden“, ist auch so ein Bl├Âdsinn in Ihrem „Kampfkontext“.

Der Kampf wird entweder durch ein K.O. oder am Boden entschieden – Sie haben zu viel Boxen geguckt, mit Regeln, die nicht bis zum Ende gehen und mit Stra├čenkampf nicht zu tun haben.

Sie wissen also nichts, Sie wollen nichts wissen, Sie haben keine Fragen, sondern schwurbeln irgendwas ├╝ber “ Stellvertreterauseinandersetzungen“. Sie wissen ├╝berhaupt nichts ├╝ber Auseinandersetzungen. Sie schwurbeln nur was vor sich hin. Sie sind ein Blender und wollen nun Chefredakteur f├╝r ein journalistisch „f├╝hrendes“ Medium sein?

Haben Sie mal in den Spiegel geguckt?

„Prothmann kann dann in seinen Texten sehr pers├Ânlich und h├Ąmisch werden, f├╝r Zwischent├Âne bleibt oft kein Platz“, haben Sie ├╝ber mich geschrieben. Wo sind Ihre „Zwischent├Âne“ nach all den langen Gespr├Ąchen?`Woran messen Sie sich? Ihre K├Ârpergr├Â├če ist sicherlich kein Ma├č f├╝r „├ťberlegenheit“.

├ťberlegen ist…., ach was solls, ich verschwende meine Zeit.

Sehr geehrter Herr Graf, ich habe mich vor 15 Jahren, da war ich 39 Jahre alt, von dem System Milz getrennt. Freiwillig und aus ├ťberzeugung, weil mir, das muss ich eingestehen, ├╝ber Jahre nicht klar wurde, unter welcher „false flag“ Frau Milz unterwegs war. Ich wurde get├Ąuscht und habe mich t├Ąuschen lassen, weil ich an das „Gute“ glaubte.

Ich hatte damals einen „m├╝ndlichen Vertrag“ ├╝ber 3.000 Euro plus zus├Ątzliche Leistungen. Das habe ich von jetzt auf gleich „gecancelt“ – weil das System Milz einfach nur noch unertr├Ąglich war.

Ich war damals bis heute nicht abgesichert, habe niemals Arbeitslosengeld erhalten, sondern immer frei entschieden, wof├╝r ich einstehe.

Ihre Einsch├Ątzung, Sie st├Ąnden f├╝r „alte Konflikte“ nicht zur Verf├╝gung, ist leider reichlich dumm und d├Ąmlich.

Das System Milz habe ich damals verlassen und das war es f├╝r mich.

Sie sind Chefredakteur eines Mediums, in dem „alte Konflikte“ in Form einer „Herausgeberin“ fortleben. Auch in Person eines Verlegers, der niemals auch nur einen Hauch von verantwortlichem Format hatte.

Sie haben nicht verstanden, was ich Ihnen angedeutet habe – Sie haben auch nicht versucht, herauszufinden, was Sie als CR eigentlich interessieren m├╝sste – insbesondere bei einem Medium, das vorgibt, „f├╝hrend“ zu sein, wenn es um Journalismus geht.

Sie selbst erf├╝llen nicht im Ansatz Kernkriterien daf├╝r. Sie sind also Milz 2.0.

Sie sind Chefredakteur eines Mediums f├╝r „Journalismus“ – ohne jedes Gesp├╝r f├╝r Verantwortung, die man nur ├╝bernehmen kann, wenn man bereit ist, Fragen zu stellen.

M├Âglicherweise auch zur Vergangenheit dessen, was man als neuer Chef vorgibt zu vertreten. Hat Sie nicht interessiert. Sind Sie damit ein journalistisches Vorbild? Sorry, ist das wieder so eine „raunende Suggestivfrage“, die nicht Ihrem „Stil entspricht“.

Welchen Stil haben Sie, sehr geehrter Herr Graf?

Ich habe Gr├╝nde, danach zu fragen. Ich war 12 Jahre Autor des Magazins, dessen Chefredakteur Sie nun seit kurzem sind.

Meine Zeit als Autor ist lange her. Unter Frau Milz war ein vern├╝nftiges Fortkommen nicht mehr m├Âglich.

Ich habe Ihnen also viele Gr├╝nde genannt und bin gespannt, ob Sie einen „respektvollen Dialog“ beginnen.

Frau Milz und Herr Oberauer werden das zu verhindern versuchen.

Haben Sie die Traute und das Format f├╝r Wahrhaftigkeit?

Sich gegen das System Milz zu behaupten und einem r├╝ckgratlosen Verleger entgegenzutreten oder kassieren Sie lieber Ihren Check?

Was verdienen MM-Autoren ├╝brigens so – machen Sie das ├Âffentlich? Wenn nicht, warum nicht? Wegen Datenschutz? Haha.

Herr Graf, Sie haben harte Aufgaben vor sich.

Aber eigentlich haben Sie schon fertig.

Sie k├Ânnen mich und die Branche allerdings ├╝berraschen – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Das Anschreiben ist ├Âffentlich – wir arbeiten ja f├╝r Transparenz!

Mit freundlichen Gr├╝├čen

Hardy Prothmann

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├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.