Montag, 01. Mai 2017

Obama setzt ein deutliches Zeichen

Wo bleibt der Aufschrei des dreckschleudernden Broders?

Mannheim/Berlin/Tel Aviv/Washington, 26. MĂ€rz 2013. (red) Die Rede von Barack Obama in Israel ist ein Paukenschlag – einer, der Israels uneinsichtige Machtpolitiker nachdenklich machen sollte. Der Mann steht Isreal zur Seite – auf einem Friedensweg, nicht auf dem Weg des Konflikts. Was fehlt, ist großkotzig geschleuderter Dreck. Man wundert sich erstaunt, dass der Welt-politische Hetzer Henryk M. Broder, sonst mit Schaum vorm Maul, so still ist. Was ist los? Hat er polemische Probleme?

Von Hardy Prothmann

Herr Broder. Muss ich mir Sorgen machen? Wo bleibt Ihr Aufschrei? Wo Ihr Geifer? Wieso nutzen Sie nicht diese Vorlage? Da kommt ein Schwarzer mit muslimischem Stammbaum, reist nach Israel und Ă€ußert sich so frei und frech und Sie sagen genau nichts? Geht’s noch?

Keine Meinung? Keine noch so kleine GehÀssigkeit? Einfach gar nichts?

Ist die Luft bei Ihnen raus? Geht’s Ihnen nicht gut? Haben Sie ernsthafte Probleme? Haben Sie sich beim letzten Porno-Text zu sehr verausgabt? Ist Ihnen dabei die Chuzpe verloren gegangen?

Wenn ja, wĂŒnsche ich Ihnen und Ihrem weltlĂ€ufigen Schwurbelblatt gute Besserung.

Normalerweise frĂŒhstĂŒcken Sie doch so einen dahergelaufenen antisemitischen Hanswurst bevor Sie sich ein Ei aufschlagen.

Da schreibt Andrea Seidel:

Der Besuch des amerikanischen PrÀsidenten bewegte sich so im Korridor niedrigster Erwartungen. Was aber seinem charismatischen Charakter gut tat.

Who to fuck is Andreas Seidel? Und sowas lassen Sie sich, Herr Henryk Groß-M Broder entgehen? Niedrigste Erwartungen mit einem Schuss charismatischem Charakter? Dazu fĂ€llt Ihnen gerade mal gar nichts ein?

Ohje, ohje.

Und dann auch das noch:

Obamas Worte waren wohlwollend und tröstlich, besonders, als er zur israelischen Jugend sprach. Ja, tröstlich fĂŒr eine Gesellschaft, deren Tun und Handeln von einer selbstgerechten Weltöffentlichkeit auf eine viel zu große Waagschale gelegt wird.

Sowas muss Sie, Herr Broder, doch willenlos schmerzen. Schreien Sie auf. Wehren Sie sich. Ergreifen Sie die Waffe, pardon, das Wort.

Vor allem, wenn Sie sonst sowas lesen mĂŒssen:

Obamas Besuch in Israel war erstaunlich. So erstaunlich, dass noch immer nicht ganz verstanden ist, wie sehr.

Stehen Sie neuerdings auf Schmerzen, Herr Broder? Oder lassen Sie es erstmal genĂŒĂŸlich brodern, in sich, bis der Schaum kocht?

Wissen Sie, wer sich als jĂŒdische, antisemitische Dreckschleuder so exponiert exponiert wie Sie, an den stellen die Menschen Erwartungen. Die mĂŒssen erfĂŒllt werden, weil man sonst nicht Wort hĂ€lt.

Also, frisch ans Werk, fahren Sie sich durch den Bart des Propheten und lassen Sie es mal wieder so richtig krachen.

Ganz ehrlich? Augstein ist doch kein Gegner fĂŒr Sie. Ich sowieso nicht. Machen Sie’s mit Obama.

Ich bin schon sehr gespannt, was Ihnen dazu einfĂ€llt. Die Chefs der Welt sicherlich auch. Die halten Sie schließlich fĂŒr ne große Nummer. Vor allem wegen solch sinnlosen SĂ€tze:

Wir befinden uns auf dem Weg von der klassenlosen in die fleisch- und geschlechterlose Gesellschaft. Wer das nicht glaubt, sollte einen Blick auf das totalitÀre Gebaren der Weltverbesserer werfen.

Mehr als diesen Knochen kann ich Ihnen leider nicht hinwerfen. Sie verstehen schon: Fleischlos, geschlechterlos, unglÀubig, klassenlos, totalitÀr, Weltverbesserer, Gebaren, Obama. Auf, puzzeln Sie sich was. Knochen hab ich Ihnen jetzt genug ausgelegt.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.