Montag, 24. September 2018

In eigener Sache

Videobeweis: Der SWR hat ein massives Problem – andere Medien auch

Mannheim/Weinheim/Stuttgart/Rhein-Neckar, 02. September 2018. (red/pro) Am 30. August hat SWR aktuell um 19:30 Uhr mit einer „Story“ aufgemacht, die massiv boulevardisiert aufgepuscht war. Es geht um „Sex“ – das „verkauft“ sich immer, wenn einem sonst nichts einf√§llt. RNB-Redaktionsleiter Hardy Prothmann ist Teil der Story, weil er auch Berater eines Unternehmens ist. Man kann nicht gleichzeitig unabh√§ngiger Journalist sein und Berater – das ist ein Konflikt. Der ist eindeutig gel√∂st, weil es auf RNB zum miramar keine redaktionelle Berichterstattung gibt, solange das Unternehmen beraten wird. Das ist also sauber geregelt. Trotzdem darf man eine Meinung haben. Und die ist vernichtend – gegen√ľber dem SWR. Der Sender hat ein massives Glaubw√ľrdigkeitsproblem, wie eine Videodokumentation eindeutig belegt – wer es wirklich wissen will, schaut sich das Original-Video an und dann den SWR-Bericht. Und dann bildet man sich seine Meinung.

Kommentar: Hardy Prothmann

Gestatten. Mein Name ist Hardy Prothmann. Ich bin 51 Jahre alt und ich verdiene seit 1991 ganz √ľberwiegend meinen Lebensunterhalt als freier Journalist. Ich habe f√ľr fast alle „gro√üen“ Medien gearbeitet, auch lange f√ľr ARD und ZDF.

Und ich habe mich noch nie verbogen. Ich war immer ehrlich und transparent. Denn ich habe eine √ľberzeugte Haltung. Ich trage Verantwortung.

Ich bin verantwortlicher Redakteur f√ľr das Rheinneckarblog. Ich bin „mit vielen Wassern gewaschen“. Am liebsten bade ich in reinem Wasser. Journalismus muss ehrlich, transparent und √ľberpr√ľfbar sein. Ich vertrete sehr „radikale“ Anspr√ľche an Journalismus. Knallharte Recherche, hartes Factchecking, nachvollziehbare Analyse, Empathie und Verantwortung – das ist f√ľr mich der Berufsethos. Ehrlicher Journalismus, der sich nicht gemein macht, sondern kritisch ist. Diese Haltung hat mir schon oft Probleme bereitet, weil andere „Journalisten“ das nicht so radikal sehen, wie ich.

Alle Stammleser des RNB wissen, wie sehr ich daf√ľr angegriffen worden bin – auch juristisch. Und alle wissen, dass ich mich als „Einzelk√§mpfer“ sehr erfolgreich selbst gegen gro√üe Zeitungsh√§user durchsetzen konnte.

 

Hardy Prothmann im Interview – Transparenz ist alles. Das m√ľssen auch Journalisten lernen. Im Zweifel auf die harte Tour.

 

Aktuell habe ich eine Beratungst√§tigkeit √ľbernommen, weil ein Werbekunde unter extremes „Sperrfeuer“ von Medien geraten ist. Ich habe diesen Auftrag aus guten Gr√ľnden angenommen – denn der Kunde ist f√ľr mich ein absolut seri√∂ser Gesch√§ftspartner, der in der Vergangenheit selbst durch meine exklusiven Berichte unter Druck stand, aber damit absolut souver√§n umgegangen ist. Er h√§tte Anzeigen k√ľndigen k√∂nnen – hat er nicht.

Das ist die Vorgeschichte. Mit der Annahme des Auftrags einer Beratung bin ich in der Sache kein unabhängiger Journalist mehr, obwohl ich journalistisch arbeite. Daran gibt es keinen Zweifel und deshalb gibt es auch keine eigenständigen journalistischen Berichte auf RNB während der Beratungstätigkeit. Der Kunde schaltet Anzeigen Рmir ist im Rahmen der Meinungsfreiheit erlaubt, die Lage zu kommentieren.

Ich vertrete Unternehmensinteressen bei diesem Auftrag. Aber der Auftraggeber hat meine Forderung akzeptiert, dass ich sehr darauf achte, √∂ffentliche Interessen ebenfalls zu ber√ľcksichtigen. Hut ab – man findet nicht viele Auftraggeber, die sich auf so etwas einlassen.

Das sage ich voller Respekt in Bezug auf den Kunden und in Bezug auf meine eigene Reputation: Ich werde sicher nicht meine „journalistische Marke“ f√ľr ein „paar Dollar“ riskieren. Diese Beratungst√§tigkeit hat einen Auftrag, aber einen, der meiner √úberzeugung entspricht: Transparente, kritische und vor allem ehrliche Aufkl√§rung. Mein Kunde ist seri√∂s, das Anliegen klar definiert, ich arbeite kritisch und unabh√§ngig – die Zusammenarbeit ist herausragend.

√úberhaupt nicht „herausragend“ ist, was ich gerade mit dem SWR erleben musste. Ich schreibe diesen Kommentar nicht im Auftrag des Kunden „miramar“ – der wei√ü davon nichts und bekommt das auch nicht in Rechnung gestellt. Ich schreibe diesen Kommentar in meinem eigenen Auftrag, weil ich hochgradig sauer bin.

Ich habe sowohl einem H√∂rfunk-Redakteur wie einem TV-Team des SWR unter erheblich widrigen Umst√§nden (Terminprobleme) erm√∂glicht, Interviews zu f√ľhren. Warum? Weil ich grunds√§tzlich (auch als fr√ľherer Mitarbeiter des SWR) davon ausgegangen bin, dass ich es mit seri√∂sen Journalisten zu tun habe.

Ich muss leider feststellen, dass dies nicht der Fall war.

In beiden F√§llen wurden dem Sender umfangreiche Hintergrundinformationen zur Verf√ľgung gestellt, die so gut wie keine Ber√ľcksichtigung gefunden haben. Der SWR ist aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang √ľberhaupt nicht seri√∂s aufgetreten. Das ist besonders bedauerlich, weil man gerade an einen mit erheblichen Mitteln (Haushaltsabgabe) finanzierten Journalismus die Erwartung haben muss, nicht das Lied der Daueremp√∂rten und Daueraufgeregten zu singen.

Ich kann die erhebliche Fehlleistung des SWR dokumentieren. Ganz ehrlich? Ich habe keine Freude daran, sondern f√ľhle mich extrem betroffen – nicht pers√∂nlich, denn ich habe einen guten Job gemacht.

Ich f√ľhle mich betroffen, weil ich emp√∂rt bin. Der Sender hat alle Informationen zur vern√ľnftigen und kritischen Einordnung erhalten und am Ende muss ich feststellen, dass der SWR journalistisch absolut mies und boulevardesk arbeitet. Das ist eine massive Entt√§uschung. Und das ist f√ľr die Gesellschaft gef√§hrlich.

Wenn Sie nachvollziehen wollen, was ich meine, m√ľssen Sie 15 Minuten Ihrer Lebenszeit investieren.

Hier sehen Sie ungeschnitten mein Interview mit dem SWR. Nein, die Frisur sitzt nicht immer, ich war massiv erk√§ltet, also krank, aber ich habe mich trotzdem hingestellt und Rede und Antwort gestanden. Ich bin kein Teil des „aalglatten“ Fernsehens, sondern ich bin, wie ich bin – ehrlich:

Und unter diesem Link können Sie sehen, was der SWR daraus gemacht hat. Hier sehen Sie einen aalglatten, gepuderten Moderator, der nichts weiß, aber maximal empört ist.

Nehmen Sie sich die Zeit, wenn Sie wirklich mitreden wollen, wenn Sie wirklich Bescheid wissen wollen.

Bilden Sie sich Ihre Meinung. In Artikel 5 Grundgesetz heißt es:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

Die ungeschnittene Aufnahme ist eine allgemein zug√§ngliche Quelle – der SWR-Bericht auch. Vergleichen Sie dringend beide „Quellen“.

Sie werden genauso entsetzt sein wie ich!

Der SWR muss sich in meinen Augen f√ľr diesen „Schei√ü“ entschuldigen und das klarstellen. Ich bin fast sicher, dass das nicht passieren wird, obwohl das miramar eine Stellungnahme des Intendanten Peter Boudgoust eingefordert hat.

Sie, da bin ich auch sicher, werden dem SWR keinen Glauben mehr schenken. Dem SWR, da bin ich auch sicher, ist das egal. Der SWR wird das einfach ignorieren und nicht reagieren.

Wer ist schon der „Prothmann“, mich kennt man dort sehr genau, aber Sie als Zuschauer sind dem Sender noch egaler. Sie werden vollst√§ndig ignoriert. Und ein emp√∂rter miramar-Gesch√§ftsf√ľhrer Marcus Steinhart? Hahaha, darauf trinkt man in der SWR-Redaktion ne Bio-Brause und lacht sich tot. Schlie√ülich ist man geb√ľhrenfinanziert und „unabh√§ngig“. Wer Kritik √ľbt, ist grunds√§tzlich ein Depp. Und wer nimmt Deppen schon ernst?

Dass Herr Steinhart und seine Familie seit 31 Jahren eigenverantwortlich und mit unternehmerischem Risiko ein solides Unternehmen f√ľhren, ist sensationsgeilen geb√ľhrenfinanzierten SWR-Leuten gerade mal egal. Die werden nie zur Verantwortung gezogen, sondern machen t√§glich Programm, Hauptsache irgendwas und wenn es „tagesaktuell“ sein soll, machen sie auch mal mit sechs Tage alten „Ereignissen“ auf, die „landesweit“ interessant sein sollen, weil es um „Sex“ geht. Puh.

Unterm Strich sind wir dann bei der Debatte „L√ľgenpresse“ oder „L√ľckenpresse“.

Ich finde das f√ľrchterlich, denn ich bin als Journalist selbst davon betroffen und werde „mit verhaftet“. Das akzeptiere ich nicht und deswegen thematisiere ich immer wieder schlechte journalistische Arbeit. Das ist wie ein Kampf gegen Windm√ľhlen. Den SWR habe ich schon l√§ngst abgeschrieben und aktuell endg√ľltig.

Bei Sendern wie dem SWR und anderen ist das noch nicht angekommen. Die sind zu eitel, weil groß, um sich tatsächlich mal selbstkritisch zu sehen.

Das ist nicht nur schade Рdas ist extrem gefährlich.

Denn wer einmal l√ľgt, dem glaubt man nicht. Und wer fortdauernd und systematisch l√ľgt, schon gar nicht.

Der SWR sollte wie andere Medien sehr genau dar√ľber nachdenken, wie „Menschen ticken“. Die sind nicht so doof, wie die geb√ľhrenfinanzierten Ignoranten denken.

Das RNB steht f√ľr kritische und ehrliche Information. Es gibt beim RNB keine L√ľgen und wenn wir so angegriffen w√ľrden, w√ľrden wir alles in Bewegung setzen, um die Sache klarzustellen. Vergessen Sie den SWR. Dort wird nicht reagiert werden.

Dazu geh√∂rt, klar zu kommunizieren, wenn „abh√§ngige Verh√§ltnisse“ bestehen. Das ist im Fall miramar gegeben. Ich werde hier extern bezahlt und bin damit nicht mehr unabh√§ngig.

Sie bilden sich jetzt bitte Ihre Meinung auf der Basis dieser transparenten Informationen.

Gestatten, mein Name ist Hardy Prothmann. Ich stehe f√ľr transparente und saubere Informationen als Journalist ein. Ich habe Haltung, bin ehrlich und habe mich noch nie verbogen. Wenn ich andere Auftr√§ge annehme, teile ich das mit allen Konsequenzen mit.

Ich trenne klar zwischen meinen Aufgaben.

Schauen Sie die Videos und bilden Sie sich Ihre Meinung.

P.S. Mit dem SWR-Reporter Philipp Behrens gab es √ľber Jahre ein gutes Verh√§ltnis. Dies wurde aktuell beendet. Aus Gr√ľnden.

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√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.