Sonntag, 24. September 2017

Same, same als Standard?

Heddesheim/Hamburg/MĂŒnchen, 15. Januar 2012. Spiegel online hat ĂŒber lange Zeit die „Standards“ bei der „Anmutung“ im Netz definiert. Jetzt holen andere auf – beispielsweise sueddeutsche.de. Kopieren ist erlaubt, aber nicht innovativ.

Von Hardy Prothmann

Stefan Plöchinger baut seit gut einem Jahr sueddeutsche.de um. Zuvor war er unter anderem geschĂ€ftsfĂŒhrender Redakteur bei Spiegel online.

Mit persönlich gefÀllt der neue Style sehr gut. Aber er ist noch lÀngst nicht zu Ende entwickelt. Bekanntlich kommt es ja aufs Detail an.

Beide Angebote sehen sich sehr Ă€hnlich – man darf getrost davon ausgehen, dass Spiegel online die Vorlage von sueddeutsche.de ist.

Bei beiden fehlen mir Ortsmarke und Datumsangabe, eventuell sogar die Uhrzeit.

Spiegel online sieht weiter entwickelt aus. Sueddeutsche.de will wie viele andere eine Anlehnung an die Zeitung herstellen, was ich fĂŒr einen großen Fehler halte. Auch hier macht Spiegel online anderen vor, wie es besser geht: Als eigenstĂ€ndiges Produkt.

Das Breitformatbild wird auf beiden Seiten stark – abhĂ€ngig vom Motiv. Die grĂ¶ĂŸere Schrift bei sueddeutsche.de gefĂ€llt mir besser – das Lead ist aber hĂ€ufig zu lang. Außerdem fehlt die Bildquelle. Die Positionierung der Schalter im Bild ist bei Spiegel online links, bei sueddeutsche.de recht. Was ist besser? Meiner Meinung wĂ€re es besser, die SchaltflĂ€chen aus den Fotos herauszunehmen.

Man darf gespannt sein, ob die sueddeutsche.de es schafft, innovative Standards zu setzen. Zur Zeit erscheint sie mir wie in einer Orientierungsphase.

Auf keinen Fall sollte sich sueddeutsche.de dabei am teils Ă€ußerst laxen Stil von Spiegel online orientieren. Hier sind die Texte oft aufgepumpt, nach wie vor gefĂ€llt mir die ĂŒberwiegende Verlinkung nach „innen“ nicht und die Transparenz der Quellen lĂ€sst deutlich zu wĂŒnschen ĂŒbrig (siehe „Im WĂŒrgegriff der ExklusivitĂ€t„).

Andererseits fÀchert Spiegel online die Themen deutlich umfangreicher auf, als viele andere Newssites. Hier hat sueddeutsche.de deutlich Nachholbedarf.

Wenn sueddeutsche.de sich aber in der Form, wie sie teils nur angedeutet ist, weiterentwickelt, ist hier deutlich mehr Entwicklungspotenzial zu erkennen. Mal schauen, was Plöchinger und sein Team so drauf haben.

Same, same ist jedenfalls nicht die Lösung. DafĂŒr aber „but different“.

 

 

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