Freitag, 28. April 2017

Worauf meine Redaktion zu achten hat

Regeln und Ausnahmen

Mannheim, 30. November 2012. (red) Regeln sind dazu da, dass man sich dran h√§lt und sie ab und an bricht. Die Kirche hat dementsprechend ihre Gebote, meine Redaktion meine Regeln, die aber durchaus gerne erg√§nzt werden d√ľrfen. Wer die Regeln f√ľr sich selbst √ľbernehmen will, darf das gerne tun. Wer das Regelwerk erg√§nzen, anmerken, disktuieren m√∂chte, ist dazu herzlich eingeladen. Entweder hier in den Kommentaren oder auf Facebook im Threat.

Regel Nummer 1: Traue keinem!
Regel Nummer 2: Ohne Vertrauen geht nix!
Regel Nummer 3: Wende Regel Nummer 2 an, so oft es geht und Regel 1 immer.
Regel Nummer 4: Stell Dich doof.
Regel Nummer 5: Mach die Sinne auf.
Regel Nummer 6: Sei neugierig.
Regel Nummer 7: Lerne Fragen zu stellen und nicht Antworten wissen zu glauben.
Regel Nummer 8: Kontakte sind alles.
Regel Nummer 9: Informanten können sich auf Quellenschutz verlassen. Es gibt keine Ausnahme von dieser Regel bis auf Straftatbestände.
Regel Nummer 10: Wir halten uns an die deutschen Gesetze. Es gibt keine Ausnahmen.
Regel Nummer 11: Checke jede Information.
Regel Nummer 12: Das mit den W-Fragen ist die Basis jedes Textes.
Regel Nummer 13: Der deutsche Satz besteht aus Subjekt РPrädikat РObjekt. Wir halten uns an die Regeln der deutschen Grammatik Рaußer ein Regelverstoß funktioniert besser.
Regel Nummer 14: Wer sich an Tageszeitungen orientiert und Bl√∂dsinn wie „Wettergott, Floriansj√ľnger, Gerstensaft, Tabakgemeinde, Quadratestadt“ und √§hnlichen Mist schreibt, hat keine gro√üe Zukunft bei mir.
Regel Nummer 15: Fehler passieren. Daraus sollte man lernen. Wenn Fehler mehrmals hintereinander vorkommen, wirds echt blöd.*
Regel Nummer 16: Bis auf die ersten drei ist die Reihenfolge der Regeln egal.
Regel Nummer 17: Geh immer so nah wie möglich dran. Wenns brenzlig wird, gilt das Prinzip SYA (save your ass).
Regel Nummer 18: Wer Regel Nummer 17 anwendet, sollte drauf achten, dass er nicht den Überblick verliert. Deswegen sollte alles nicht nur aus der Nähe, sondern auch der Distanz betrachtet werden. Wem es gelingt, sich selbst beim Betrachten zu betrachten, ist ein sehr guter Beobachter.*

Schlussregel: Stelle nicht mehr Regeln auf als unbedingt nötig.*

Kursive Ergänzungen oder * von folgenden Personen:
Regel Nummer 15: Patrick G. Stößer
Regel Nummer 18: Ergänzt auf Anregung von Patrick G. Stößer

Schlussregel: Antje Thiel

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.