Freitag, 28. April 2017

Baseler Zeitung verbreitet weiter volksverhetzerisches Zeugs

Mannheimer-Zitate gelöscht – Hetze beibehalten

Mannheim/Basel, 05. April 2013. (red/pro) Die Basler Zeitung und andere Schweizer Medien, die den Artikel „Alle fünf Minuten wird ein Christ ermordet“ veröffenlicht hatten, haben auf meine Recherche reagiert. Während Medien wie der Tages-Anzeiger den Artikel gelöscht haben, steht die Basler Zeitung offensichtlich nach wie vor zum hetzerischen Artikel des stellvertretenden Politikchefs Thomas Wehrli. Eine kleine Passage wurde gelöscht und der Artikel durch einen „Hinweis“ ergänzt. Außerdem drehte Wehrli seine Positionen weiter – mit einem pseudokritischen Inverview mit einer vermeintlichen Expertin.

Von Hardy Prothmann

Erstaunlich, wie dreist die Basler Zeitung bereit ist, ihre Leser/innen zu bescheißen. Am 03. April reagierte die Zeitung auf die Kritik – unter anderem meine Recherche zu den rechtsfundamentalistischen Positionen eines „Michael Mannheimer“:

Pseudokorrekturmeldung der BaZ. Quelle: Basler Zeitung

 

Der Absatz, in dem der islamfeindliche Karl-Michael Merkle, aka Michael Mannheimer, zitiert wurde, ist nun gelöscht.

Die hetzerische Soße, die Mannheimer ausspuckt und die Thomas Wehrli im Artikel plagiiert, ist weiterhin vorhanden. Somit ist vermeintliche Distanzierung keine – es handelt sich um reine Camouflage.

Überhaupt – was ist von einem stellvertretenden Politikchef zu halten, der einen Rechtsradikalen interviewt, diesem per direktem Zitat Öffentlichkeit gibt und dass unter der „neutralen“ Bezeichnung „Soziologe und Islamkritiker“? Gibt’s in der Schweiz kein Google? Die Eingabe von Michael Mannheimer hätte sofort „Klarheit“ über die Hetzparolen dieses Fanatikers gebracht – so könnte man denken. Man muss es aber anders denken: Thomas Wehrli weiß sehr genau, wer Merkle oder Mannheimer ist, schließlich sind weite Teile des Wehrli-Kampfartikels Plagiate von Mannheimers Hetzparolen.

Interessant: Thomas Wehrli setzt unbeeidruckt nach und veröffentlicht ein Interview mit der Autorin Jasmin El Sonbati (Moscheen ohne Minarette), über die einerseits zu lesen ist, sie sei streng erzogen worden und andererseits, sie sei liberal erzogen worden, von einer österreichisch-katholischen Mutter und einem ägyptisch-muslimischen Vater. Die antwortet überwiegend reichlich naiv auf Wehrlis Fragen, der insgesamt im „Extremismus“-Dukturs bleibt, dazwischen aber zwei scheinbar kirchenkritische Fragen stellt.

Die merkwürdigen früheren Teilpublikationen des Wehrli-Artikels sind immer noch unklar. Die hetzerischen Inhalte der Mannheimer-Übernahmen hingegen nicht. Die Hinweise, dass die Basler Zeitung sich als islamophobes Hetzblatt etablieren will und gewissen Einflüsse von SVP-Mitglidern scheinen unübersehrbar zu sein.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.