Montag, 01. Mai 2017

Kampagne

Die Vielfalt der Zeitung

Rhein-Neckar/Bundesgebiet, 10. Dezember 2012. Die Kampagne „Die Vielfalt der Zeitung“ geht auch 2012 weiter – solange, bis ein Verlag sie ab- oder einkauft. Das Netz ist aufgerufen, die Zeitung zu retten. Absurd? Keineswegs. Die Zeitung ist eine Wundert√ľte. Denn auch in T√ľten k√∂nnen Wunder und nicht nur hei√üe Maroni oder hei√üe Luft schlummern…

Aktualisiert: Dieser Artikel wurde seit Erscheinen im Oktober 2010 fortlaufend aktualisiert und wird heute mit aktuellem Datum neu ver√∂ffentlicht. Schlie√ülich geht es um Zeitungen! In den vergangenen Monaten streikten Redakteure √ľberall im Land und erz√§hlten was von Qualit√§tsjournalismus. Doch darum geht es gar nicht. Es geht um Service. Um Nutzwert. Mittlerweile hat unsere Kampagne 47. Argumente f√ľr die Zeitung. Allen, die mitmachen, wird eine Erfolgsbeteiligung garantiert, falls ein Zeitungsverlag die Kampagne endlich kauft. Denn es geht um die Zukunft der Zeitung – nein, sogar mehr. Es geht um die Zukunft der Zivilisation, oder so √§hnlich! Aktuell geht es leider darum, wer verliert und zugemacht wird. Zeitungsverlage – greift endlich zu. Diese Kampagne k√∂nnte die „Qual“-it√§t der Zeitung retten – es wird h√∂chste Zeit, nachdem die FTD gestorben ist, die N√ľrnberger Abendzeitung auch, die FR bald, der Mannheimer Meier ebenfalls…

03. Januar 2013. Hm – kaufen wollte die Kampagne bislang keiner. Zwei Jahre lang nicht. Daf√ľr hatte das Debattenmagazin Cicero Anfang Dezember 2012, potzblitz, die ziemlich gleiche Idee wie ich und hat auf Nachfrage jeden Plagiatsvorwurf zur√ľckgewiesen. Und jetzt hat aktuell auch die taz, genau, potzlitz, ebenfalls dieselbe Idee. Ich erspare mir die Nachfrage, ob es sich um ein Plagiat von mir oder Cicero handelt, denn ich bin sicher, die taz wird behaupten, es sei eine eigene Idee gewesen. Und das kann ich, muss ich aber nicht glauben.

Von Hardy Prothmann

„Ein bisschen Spa√ü muss sein…“, Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung ist eigentlich ein ganz seri√∂ser Journalist – hat aber auch ab und an den Schalk im Nacken. Hier pr√§sentiert er in bunten Hosen die Bastelanleitung f√ľr eine Narrenkappe. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.

Die Zeitungen habens arg schwer – die Abos und Leserzahlen gehen zur√ľck und noch viel schlimmer: Die Werbeums√§tze. Laut Experte Marian Semm verlieren Zeitungen pro 100.000 Auflage seit 2001 rund vier Prozent Umsatzerl√∂se, was rund einer Million Euro entspricht.

Der MM hat im zweiten Quartal 2010 gut 1.500 Abos verloren und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Da ich mit der Zeitung aufgewachsen bin, best√ľrzt mich diese Situation zutiefst. √Ąhnlich wie bei den Robben-Babys, dem Deutschen Wald und ganz allgemein der Umwelt und unserer Zukunft, muss eine Kampagne her, die dieses langsame Dahinsiechen aufh√§lt und die Zukunft der Zeitung sichert.

Vergessen Sie das Leistungsschutzrecht, verehrte Verlage. Selbst die Wirtschaft h√§lt das f√ľr eine Art von Raubrittertum. √úberzeugen Sie mit Leistung, dass ist der beste Schutz und das beste Recht.

Ich habe deshalb im Oktober 2010 eine Kampagne gestartet, mit der die bedrohten Zeitungsverlage die Vielfalt der Zeitung darstellen und bewerben können.

Im vergangenen Jahr kamen sage und schreibe 36 Vorschl√§ge zusammen. Nummer 37 und der erste f√ľr dieses Jahr kommt von der Rhein-Zeitung (Koblenz) – die schl√§gt vor, dass man Narrenkappen aus der Zeitung basteln kann. Sehr kreativ, wie ich finde.

Machen Sie auch mit: Reichen Sie Vorschl√§ge ein. „Save the wundert√ľte“!

Denn die Zeitung ist eine wahre Wundert√ľte – es steckt viel mehr in ihr, als man zun√§chst vermutet.

Das l√§sst sich in Wort, Bild, Ton und Video in eine wunderbare Imagekampagne umsetzen. Darum d√ľrfen die Verlag ab sofort gerne pitchen – nat√ľrlich k√∂nnten die auch Ideen klauen (was man durchaus gewohnt ist), aber ich setze hoffnungsvoll auf einen Rest von Ehrlichkeit.

Ein Zeitungskollege schreibt als Vorschlag: „Man kann daraus Papierkugeln basteln und Prothmann damit bewerfen. Besser jedenfalls als mit Watteb√§uschchen“. Diesen Vorschlag lasse ich nicht unerw√§hnt, f√ľge ihn aber nicht als ernst gemeint ein.

Ihre Zeitung – Ihre Vielfalt:

  1. Man kann einen Fisch drin einwickeln (jahrhundertealte Tradition). (Cicero-Bild 2)
  2. Man kann M√ľcken damit totschlagen (sowie die Zeit).
  3. Man kann sich draufsetzen (gerade bei vollgekoteten Parkbänken sinnvoll).
  4. Man kann Geschirr darin einschlagen (wer schon mal umgezogen ist, weiß das).
  5. Man kann damit Fenster putzen (auch wenn manche auf HaRa schwören).
  6. Man kann damit Meerschweinchenst√§lle auslegen (auch f√ľr Kaninchen und Goldhamster geeignet).
  7. Man kann damit Räume zum Renovieren auslegen (das weiß doch jeder).
  8. Man kann daraus „Malerh√ľte“ bauen (ist echt einfach). (Cicero-Bild 3, hier Sonnenh√ľte, Cicero-Bild 9, hier Regenschutz, obwohl es nicht regnet)
  9. Man kann darin Blumen einwickeln, vorzugsweise auf dem Wochenmarkt (auf dem Markt Ihrer Wahl).
  10. Man kann damit basteln (Kindergarten und Schule und privat).
  11. Man kann damit Kunst machen (siehe Beuys).
  12. Man kann damit eine Unterlage f√ľr Gipsarme machen (einfach mal ausprobieren).
  13. Man kann sie gegen Fettablagerung auf K√ľchenschr√§nke legen (das wei√ü jede gute Hausfrau).
  14. Man kann daraus Möbel basteln (Kreativkurs).
  15. Man kann daraus zusammengerollt eine Selbstverteidigungswaffe machen (siehe Jackie Chan).
  16. Man kann investigativ durch die Zeitungslochtechnik recherchieren (James Bond). (Cicero-Bild 12)
  17. Man kann andere im Zug davon abhalten, ein Gespräch anzufangen (in allen Bahnen dieser Welt). (Cicero-Bild 13)
  18. Man kann damit wichtig aussehen, vor allem, wen man möglichst viele Bordexemplare auf einmal in allen Sprachen mit zum Platz nimmt.
  19. Man kann damit nasse Schuhe trocknen (Wanderer-Trick 1). (Cicero-Bild 1)
  20. Man kann damit auch im Wald – Sie wissen schon (Wanderer-Trick 2).
  21. Man kann damit den Kamin anz√ľnden. (read it – then burn it- Prinzip)
  22. Man kann sich damit daten (die und die Zeitung unterm Arm).
  23. Man kann sie sammeln.
  24. Man kann Artikel aus ihr Ausschneiden (sehr beliebt bei B√ľrgermeistern und Gemeinder√§ten der Gr√ľnen).
  25. Man kann sich dahinter verstecken (auch den kl√ľgsten Kopf). (Cicero-Bild 18)
  26. Man kann unter Zugabe von Leim jeden Trabbi damit reparieren (fragen Sie Ossis).
  27. Man kann damit seinen Frust abbauen: Stichwort Wutkrumpeln (macht viel mehr Spaß als Wutbälle).
  28. Man kann die Wutkrumpel seinen Katzen zum Spielen geben (die haben auch Spaß damit).
  29. Man kann die Zeitung im Zug vergessen und hoffen, dass sich jemand anderes dr√ľber freut (Danke an Phil, siehe Kommentare). (Cicero-Bild 20, statt Zugsitz wird eine Parkbank gezeigt.) (Jens-Uwe Tesch schl√§gt vor, dass man sich nach durchzechter Nacht damit zudecken k√∂nnte – das ging vielleicht mit der FAZ von 1999, ansonsten leider mit keiner heutigen Zeitung mehr.)
  30. Man kann sich aus der Zeitung ein Kleid basteln (Danke an Christian Lindner, Chefredakteur Rhein-Zeitung http://ht.ly/31TTj).
  31. Man kann damit seinen Hund erziehen (politisch vielleicht nicht ganz korrekt – danke an Paul J. Hahn).
  32. Man kann damit seinen Briefträger trainieren (erweiterter Vorschlag auf Arg. 31, Danke an Thomas). (Cicero-Bild 6, hier als Sicherung der miesbezahlten Zeitungsausträgerjobs)
  33. Man kann den Hund die Zeitung zerfetzen lassen und damit andere Schäden vermeiden (Danke an Thomas). (Cicero-Bild 7)
  34. Man kann daraus Buchstaben f√ľr Bekenner- und Erpresserschreiben ausschneiden (Danke an Michael Klems). (Cicero-Bild 8)
  35. Man kann sie k√ľndigen und bei Abo-Neuabschluss ne Kaffeemaschine als Pr√§mie bekommen.
  36. Man kann sie wunderbar als Unterlage beim Gem√ľsesch√§len verwenden (Danke an Karen Belghaus).
  37. Man dann sich daraus eine Narrenkappe basteln (besten Dank an Christian Lindner von der Rhein-Zeitung.)
  38. Man kann aus Zeitungen auch Br√ľcken bauen (Japan). (Danke an Christoph von Gallera)
  39. Man kann Zeitungen als T√ľrsturzf√ľllung verwenden (im eigenen Haus gefunden als F√ľllmaterial aus den 50-er Jahren). (Danke an Christoph von Gallera)
  40. Man kann mit einer Zeitung unterm Arm so tun, als wäre man gebildet. (Danke an Michi.) (Cicero-Bild 5, Man kann so tun, als sei man informiert. (19, der Witz war echt gut. Ein asiatischer Mönch als Sinnbild des informierten Mitmenschen))
  41. Man kann mit einer Zeitung politisch korrekt Geschenke einpacken. (Dank an Michi.)
  42. Man kann mit einer Zeitung Boxen ausstopfen. (Danke an Michi.)
  43. Man kann sie zur Not auch als Klopapier verwenden. (Danke an Michi.)
  44. Man kann mit einer Zeitung und Kleister h√ľbsche Lampenschirme basteln. (Danke an Michi.)
  45. Man kann mit der Zeitung auch „Langeweile“ √ľberwinden und zun√§chst ein Zimmer damit tapezieren und dann erst alle „A“-Buchstaben, dann alle „B“ usw, einkringeln – vielleicht ein neuer Therapie-Ansatz? (Danke an Marietta) (Cicero-Bild 16, Cicero-Bild 17)
  46. Man kann die Zeitung als Unterlage verwenden, damit man die Tischdecke nicht verkleckert. (Dank an Giesela S.)
  47. Man kann mit einer Zeitung (politisch korrekt) Geschenke einpacken. (Dank an Torsten S.)
  48. Man genie√üt die Zeitung mit geschlossenen Augen als Fr√ľhst√ľcksbeilage und l√§sst den Nachbarn mitlesen, zumindest wenn man ein Liberalsozialer wie Guido Westerwelle ist. (Cicero-Bild 4)*
  49. Man kann sie f√ľr den „Altpapierpfenning“ nutzen (Cicero-Bild 10, keine Ahnung, was das sein soll.)*
  50. Man kauft sie nur, um darin die Kreuzwortr√§tsel zu l√∂sen (Cicero-Bild 11, so bl√∂d sind Zeitungsleser auch nicht. F√ľr den Preis einer Zeitung bekommt man ein ganzes R√§tselheft und der Herr auf dem Bild hat genau so eins in der Hand)*
  51. Man kann damit Papierboote bauen. (Cicero-Bild 14, versuchts mal, liebe Ciceroianer, das s√§uft euch sofort ab. Und auf dem Bild ist wei√ües Papier zu sehen – eine Metapher f√ľr die Inhaltsleere der Zeitung oder Eurer Fantasie?)*
  52. Man hat ein Zeitungsabo, damit man mit dem Nachbarn reden kann. (Cicero-Bild 18, wo lebt Ihr denn? Deutsche Nachbarn haben einen Zaun und einen T√ľrspion.)*
  53. Man kann damit eine Spitzt√ľte f√ľr hei√üe Maroni machen. (Danke an Jens-Uwe Tesch)

(*Anmerkung: Nummer 48 bis 52 sind nicht wirklich witzig und der Aktion bei Cicero entlehnt.)

Das sind jede Menge gute Gr√ľnde, die zeigen, wie vielf√§ltig Zeitung ist oder sein kann – auch wenn viele sie f√ľr einf√§ltig halten. Ob man sie auch noch lesen kann oder will, ist doch nun wirklich nur ein Grund unter vielen.

Und versuchen Sie mal einen der oben genannten Gr√ľnde mit Ihrem Notebook, Ihrem Handy-¬† oder dem IPad… (naja, bis auf Grund 22, 40).

Sie sehen Рdie Qualität der guten alten Tante Zeitung ist einfach atemberaubend vielfältig.

Unglaublich ist auch ihr Beitrag zur V√∂lkerverst√§ndigung – den √ľberall auf der Welt, in allen Sprachen, mit allen politischen Hintergr√ľnden gelten alle Pro-Argumente √ľberall gleich.

Und jetzt kommen Sie und zeigen mir auch nur ein einziges Produkt, ein einziges Kulturgut, das ähnlich vielfältig wie die Zeitung ist.

Sie werden keins finden – die Zeitung ist das Symbol f√ľr Vielfalt, f√ľr jedweden Nutzen. Oder?

Jetzt muss sich nur noch eine Zeitung finden, die mutig, humorvoll und selbstironisch genug ist, all diese positiven Eigenschaften zu bewerben.

Mal schauen, wer sich so alles um diese einzigartige Kampagne bewerben wird.

Sollte es so sein wie seit vielen Jahren, kopiert irgendjemand aus dem Internet die Idee sehr erfolgreich und die Zeitungen haben wieder das frustvolle Nachsehen.

Lehnen Sie sich auf, verehrte Zeitungsverleger. Geben Sie Gas. Seien Sie mutig.

Es lohnt sich.

Wenn Sie jetzt denken, dass Sie daf√ľr nichts zahlen m√ľssen, sind Sie schief gewickelt.

Gute Ideen haben immer ihren Preis – schlechte Zeitungen nicht.

  • ralphUrbach

    Hallo Hardy,Du hast Recht, Print ist wesentlich vielf√§ltiger, als es Online je sein kann, aber das wird die Abos nicht retten. F√ľr das alles gibt es die kostenlosen Briefkastenverstopfer √ɬ° la Wochenzeitung, Anzeigenbl√§ttchen, und und und, was den Briefkasten zuspammt.Die sind auch voll von Werbung und PR, aber wenigstens nicht so getarnt.Langweilt den Kopf genauso, wie Abos, kostet aber nix.

  • Phil

    @ Ralph…ich habe f√ľr eine Wochenzeitung und f√ľr eine Tageszeitung ein Abo – ach ja f√ľr meinen Jungen noch ein Monatsabo einesJugendmagazins. Langweile kam da bei mir noch nie auf! Ganz im Gegenteil – eher Trauer wenn mein Zeitungsaustr√§ger mich morgens verga√ü ,o(Was allerdings oben vergessen wurde – man kann auch seine politische Haltung kund geben! und was ich auch vermisse, praktiziere und mich jedes Mal freue, wenn es mir passiert – man kann sie im Zug liegen lassen und somit einem gelangweilten Bahnfahrer eine Freude bereiten!

    • @Phil: Noch als Erg√§nzung – Im Zug liegengelassene Zeitungen lassen sich auch prima als Unterlage verwenden, wenn man mal die Beine hochlegen m√∂chte ohne daf√ľr die Schuhe ausziehen zu m√ľssen

  • Paul J. Hahn

    30. Man kann damit seinen jungen Hund zur Stubenreinheit erziehen. Wie das geht, steht aber auf einem andren Blatt.

  • Paul J. Hahn

    Irre, die RheinZeitung gibts sogar als Kleid. Und das sieht gar nicht √ľbel aus.

  • Hardy Prothmann

    @Paul Wie geht das mit der Stubenreinheit?

  • Paul J. Hahn

    Da man seinen jungen Hund niemals mit der eigenen Hand schlagen darf, da diese Hand ja nur Gutes tut, sollte man f√ľr Pinkel- u√§. Ereignisse des Hundes in der Stube zu Erziehungsma√ünahmen mit Hilfe einer eingerollten Zeitung greifen. Man „bestraft“ den Bereich um die bepinkelte Fl√§che mit Pfui-Schl√§gen der Zeitung und l√§sst den Hund dabei zukucken. Aber bitte in dem Moment nicht den Hund schlagen. √úber sowas schreiben andre ganz dicke B√ľcher. Aber heut is ja Sonntag… ;-))

  • Hardy Prothmann

    @ Paul, ah ja.

  • Brigitte Weber

    Manmanman, das Elemantarste fehlt: frau kann sie sogar lesen!

  • Aus Zeitungen kann man auch Br√ľcken bauen (Japan) oder sie schlicht als T√ľrsturzf√ľllung verwenden (im eigenen Haus gefunden als F√ľllmaterial aus den 50-er Jahren). Mithin, sehr verwendungsf√§hig, die Zeitung:-)

  • Michael Reifferscheidt

    Ich bedaure den Untergang der Zeitungen sehr, aber ich finde es auch sehr positiv, dass die Leser zu neuen Medien √ľbersiedeln. Ein Printmedium ist von einem enormen Vertriebsapparat abh√§ngig, den sich Kapitalisten viel leichter leisten k√∂nnen.
    So ist Pressefreiheit im 20. Jahrhundert in erster Linie darauf hinausgelaufen, dass reiche Leute ihre Meinung ungehindert verbreiten durften. Was hatten wir davon? Eine Meinungsdominanz von Springer, FAZ und Focus. Und selbst der Spiegel w√ľrde niemals etwas drucken, was ernsthaft an unserer freiheitlich-kapitalistischen Grundordnung kratzt.
    Mit dem Internet hat sich das ge√§ndert. Und auch wenn viele schlaue K√∂pfe jetzt vom Jobverlust bedroht sind, w√§r es mir als Leser doch lieber, wenn Printmedien in der Zukunft zur Randerscheinung w√ľrden.

    • Noch besser w√§re es, wenn die Printzeitungen und Meinungsmonopole die Zeichen der Zeit erkennen und sich √∂ffnen w√ľrden. Denn bei aller Freude am Internet – eine gedruckte Zeitung in der Hand am Morgen m√∂chte ich nicht missen. Vor allem nicht, dass etwas Vern√ľnftiges drinnesteht.

      Stattdessen droht uns das neue Leistungsschutzrecht. M.E. genau der falsche Weg der Verlage um auf die wachsende Präsenz des Online Journalismus zu reagieren.
      Auf die Art und Weise können nur beide verlieren.

      Was sich nat√ľrlich dann auch als Verlust von demokratischer Kontrolle √ľber die Herrschenden auswirken wird.
      Aber vielleicht ist das ja gewollt….

      Und dazu kommt: Der Einsatz gesunden Verstandes und Logik scheint nicht gerade beliebt zu sein ;(

  • Michael Reifferscheidt

    Ich bedaure den Untergang der Zeitungen sehr, aber ich finde es auch sehr positiv, dass die Leser zu neuen Medien √ľbersiedeln. Ein Printmedium ist von einem enormen Vertriebsapparat abh√§ngig, den sich Kapitalisten viel leichter leisten k√∂nnen.
    So ist Pressefreiheit im 20. Jahrhundert in erster Linie darauf hinausgelaufen, dass reiche Leute ihre Meinung ungehindert verbreiten durften. Was hatten wir davon? Eine Meinungsdominanz von Springer, FAZ und Focus. Und selbst der Spiegel w√ľrde niemals etwas drucken, was ernsthaft an unserer freiheitlich-kapitalistischen Grundordnung kratzt.
    Mit dem Internet hat sich das ge√§ndert. Und auch wenn viele schlaue K√∂pfe jetzt vom Jobverlust bedroht sind, w√§r es mir als Leser doch lieber, wenn Printmedien in der Zukunft zur Randerscheinung w√ľrden.

  • Michi

    es fehlt:
    Untersetzer ersatz
    Schmutziger Tischverdecker
    Alibi Bildung-¬īs Nachweis
    (bei börsen zeitung z.b.) eindruck bei dem anderen geschlecht machen (ohne protz)
    politisch korrektes geschenck papier f√ľr √∂ko-¬īs
    Geschredertes Isolationsmaterial (auch f√ľr Boxen…)
    Klopapier Ersatz ūüėČ
    mit etwas Leim und Farbe Lampenschirm (sieht echt schön aus)
    denk des reicht erstmal…

  • Marietta

    oder..
    Ein Zimmer damit tapezieren und bei Langeweile anfangen, alle „A-¬īs“ einzukringeln. Dann weiter bei „B“. Alternativ farbig wahllos W√∂rter markieren und die einzig wahre Botschaft bez√ľglich des n√§chsten Weltunterganges finden.

  • Ralf Volkmer

    … man kann damit ganz gro√üe Papierflugzeuge basteln!

  • Der Winter geht, der Fr√ľhling kommt und da fiel mir ein, wof√ľr ich gesammelte Altzeitungen in den letzten Monaten verwendet habe:
    Zum Auslegen in der Garage um abtauendes Schneewasser vom Auto aufzusaugen und somit l√§stige Wasserpf√ľtzen in vollgestellten Garagenecken zu verhindern.

  • Der Winter geht, der Fr√ľhling kommt und da fiel mir ein, wof√ľr ich gesammelte Altzeitungen in den letzten Monaten verwendet habe:
    Zum Auslegen in der Garage um abtauendes Schneewasser vom Auto aufzusaugen und somit l√§stige Wasserpf√ľtzen in vollgestellten Garagenecken zu verhindern.

  • Eine Zeitung hat auch noch weitere Vorteile, √§hnlich wie ein Buch.
    Eine Zeitung ist kabellos, ohne Elektronik, ohne Batterie oder Akkus, kompakt, tragbar, ohne Steckdose zu gebrauchen, st√ľrzt nicht ab, muss nie neu gestartet werden, kann auf jeder Seite tausende von Bits speichern, isolierend, schattenspendend, best√§ndig und bezahlbar. Die Zeitung muss parallel zum Computer oder iPad weiterleben!

  • Man kann sich einen Malerhut basteln, damit die Farbe nicht auf den Kopf tropft.