Samstag, 17. August 2019

Wow

Drei Tage für Facebook gesperrt – weil ich missbrauchte Nonnen kommentiert habe

Mannheim, 06. Februar 2019. Aktualisiert. Facebook hat echt krasse Kontrollen – hat die katholische Kirche größere Aktienanteile? Es hat keine 20 Minuten gedauert, dann kam die Sperre. „Dieser Beitrag verstößt gegen unsere Gemeinschaftsstandards zu Belästigung und Bullying.“ Na dann.

Ich hab mich aufgeregt und spontan gepostet. Drei Tage Sperre über Facebook. Krass.

„Ich finde, der Papst sollte sich von Pornos distanzieren, in denen ziemlich notgeile Nonnen mit wunderbaren Körpern es mit geilen Böcken willenlos treiben – denn das sind vermutlich Fake News. Also nicht die Sache mit den notgeilen Böcken, aber die mit den wunderbaren Körpern, die sich freiwillig den notgeilen Böcken hingeben. Ich bin für lückenlose Aufklärung. Wie immer. Vielleicht sitze ich ja auch einem Vorurteil auf. Und damit ich recht verstanden werde: Pornos haben nichts mit dem normalen Alltag zu tun. Die Darsteller machen Biznis und sind hoffentlich einigermaßen frei in ihrem unternehmerischen Handeln. Was in der Normalität vor sich ging, mag ich mir echt nicht vorstellen. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch einen wunderbaren Körper hat, der ihm selbst gehört. Und den er/sie aus freien Stücken dem oder der hingeben darf, der/die das genauso sieht und Lust empfindet, die geteilt wird. Das Missbrauchssystem durch Abhängigkeit gerät insbesondere der katholischen Kirche zum Martyrium. Die politische Dimension dahinter ist Sprengstoff – alle, die sich auf ein „christliches Abendland“ berufen und dabei nicht mitdenken, wie oft Kinder und Frauen durch notgeile Böcke ab Abend und in der Nacht missbraucht worden sind und die nicht aufschreien, decken ein kriminelles Missbrauchssystem durch Wegschauen und Nicht-wissen-wollen. Sie ficken die Opfer quasi nochmals durch Ignoranz. Wer sich zu einem „christlichen Abendland“ berufen fühlt, sich gegen andere Religionen ereifert, von denen Reformen verlangt werden, aber selbst nichts zur Aufklärung beiträgt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Keiner, der wegschaut, hat eine moralische Macht, sich über Kinderehen aufzuregen. Denn das Prinzip ist dasselbe: Machtausübung gegen Schwächere. Keine Ahnung, ob ich alles bedacht habe, fiel mir gerade so ein und musste raus.“

Vermutlich hätte ich „das“ und „es“ schreiben müssen. Und „getan haben“, statt treiben.

Ich werde lernen – versprochen!

 

Aktualisierung: Oha, der Widerspruch wurde akzeptiert.

 

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.