Sonntag, 24. September 2017

Die Hackerangriffe sind falsch – das Prinzip Öffentlichkeit ist richtig

Von Hardy Prothmann

Ist es wirklich so einfach? Eine Software installieren, ein paar Daten eingeben und schon ist man ein Hacker?

Anscheinend ist es so einfach. Es ist so einfach.

Und es hat etwas faschistoides. Alle sind dabei.

Hinterher wars keiner.

Meine erste Erinnerungen an Hacker geht rund 20 Jahre zurück.

Die haben bei Banken Sicherheitslücken aufgedeckt. Bei den Banken, denen wir unser Vertrauen schenken.

Dabei wurden gesetzliche Grenzen überschritten. Das fand ich sehr bedenklich, letztlich überzeugte mich aber die Aktion, die Veröffentlichung. Es war wichtig zu wissen, dass man Banken nicht trauen kann. Egal, was sie erzählen.

Damals wiesen Hacker auf Sicherheitslücken hin. Heute nutzen sie diese aus.

Für was?

Sich darüber zu freuen, dabei gewesen zu sein. Eigentlich nix verstanden zu haben, außer „Install“, da und da was eintragen und ab geht die Post?

Der echte Protest ist „real“ viel härter.

Für alle Beteiligten.

Denn kündige ich tatsächlich mein Konto bei „visa“. Was mache ich dann?

Kreditkarten haben sich etabliert. Ob man die braucht oder irgendwelche codes ist egal.

Wichtig ist die Akzeptanz des Zahlungsmittels.

Egal wie die hergestellt wird, es bleibt der Glaube an das Geld: „In God we trust“ steht auf der 1-Dollar-Note.

Das ist eine Metapher.

Gott ist der Glaube. Für jeden ein anderer. Aber irgendwie sind alle miteinander verwandt.

Letztlich geht es um „Liquidität“ – flüssig sein. Auch das ist ein Glaube.

Julian Assange ist genau damit „bekämpft“ worden. Man hat ihm die „Liquidität“ genommen. Bankkonten waren plötzlich dicht.

Assange ist damit einmal mehr ein „Mudracker“, ein Schlammwühler, wie es viele Journalisten gerne sein würden.

Der Wikileaks-Gründer mag ein schräger Typ sein. Sexuelle Obsessionen haben. Irre sein, Ufos und so.

„Dunkel“ ist er auf alle Fälle – das zeigen uns all die stilisierten Fotos.

In Deutschland macht sich der Spiegel mit „Westerwellen“ lächerlich, in dem er Wäsche wäscht.

Außerhalb von Deutschland geht es um Spionage.

Wikileaks regt an, auf.

Wikileaks ist dabei vollkommen egal.

Eigentlich kann jeder wikileaks machen. Die Spiegelungen der Datein beweisen das.

Kann das wirklich jeder?

Ein paar Klicks bis zum Hacker, ist keine Leistung, keine Überzeugung, keine Idee.

Wer eine Überzeugung hat, vergewissert sich, dass andere, die „mitmarschieren“ zumindest eine Überzeugung haben, die man respektieren kann.

„Drauf los ballern“, ist sicherlich ein bisschen interessant, aber was ist die Botschaft?

Etwa: „Im Internet sind nur Chaoten unterwegs.“

Tatsächlich ist das so – es sind in Summe dieselben wie im richtigen Leben. Wirtschaft ist heute Internet und umgekehrt.

Wer wirklich von einer möglichen Idee hinter wikileaks überzeugt ist, stärkt diese.

Durch Öffentlichkeit über alles, was passiert.

Auch über Julian Assange. Und auch darüber, was alles sonst noch passiert.

Wer eine wirkliche Ver-Störung veranlassen will, sollte um persönlichen Antworten bitten.

Schreiben Sie an Ihre Bank, ihren Gemeinderat, den Bundestagsabgeordneten und all die anderen wichtigen Menschen.

Es ist gut und richtig, Missstände öffentlich zu machen.

Es ist nur mäßig unterhaltend, wenn Hacker „Seiten abschalten“. Was ist dadurch gewonnen?

In der Öffentlichkeit nichts.

Es kann keinem Unternehmer gefallen, selbst „abgeschossen“ zu werden.

Auch keinem Privatmann.

Ehrlicher ist ein Gesicht, ein Name und die Kraft der Demokratie.

Der Protest gegen Amazon, Visa und andere ist richtig.

Falsch ist, aus dem Verborgenen Macht schöpfen zu wollen.

Im Verborgenen wurde öffentlich.

Darauf sollte man öffentlich und nicht im Verborgenen reagieren.

Sonst wird es absurd.

Öffentlichkeit ist immer richtig, wenn es um mehr als Privates geht.

 

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