Montag, 01. Mai 2017

Der teuerste Artikel meiner Karriere

Mit Spannung habe ich auf den Bescheid vom Landgericht Mannheim gewartet: 300 Euro also kostet mich das „Versehen“ nicht auf eine einstweilige Verfügung reagiert zu haben. Der gegnerische Anwalt Kurt Braun hatte im Auftrag seiner Mandantin Anja Görlitz, Redakteurin des Mannheimer Morgen (MM), ein Ordnungsgeld von 3.000 Euro gegen mich gefordert.

Ich habe als Student und freier Mitarbeiter mal beim Mannheimer Morgen mit dem Journalismus angefangen. 1991-1994. Danach hatte ich bis 2009 mit der Zeitung nichts mehr zu tun. Seit 2009 berichte ich im http://heddesheimblog.de über Heddesheim – eine kleine Gemeinde in Nordbaden. Frau Görlitz ist für den MM hier zuständig. Und ich kritisiere sie seitdem häufig für ihre Berichterstattung, manchmal habe ich sie auch gelobt.

Doch der Reihe nach.

Am 21. Februar 2010 erschien mein Kommentar „Das Drama der journalistischen Prostitution“ auf dem http://heddesheimblog.de. Darin habe ich gewisse Vergleiche zwischen dem ältesten Gewerbe der Welt und der Arbeit von Frau Görlitz angestellt – symbolisch, metaphorisch. In keinem Satz habe ich behauptet, dass Frau Görlitz etwas mit dem „ältesten Gewerbe der Welt zu tun haben könnte“. Solche Schlüsse standen nicht in meinem Text, sondern entstanden in manchen lesenden Köpfen. Was ich da geschrieben habe, darf ich nun nicht mehr wiederholen.

Frau Görlitz forderte einen Monat später über ihren Anwalt von mir eine Unterlassungserklärung, die Formulierung zu löschen und nicht zu wiederholen, die ich nicht abgegeben habe.

Davon erfuhr ich durch Post an meine private Adresse. Weil ich zu dieser Zeit viel zu tun hatte, der PC im Büro nicht funktionierte und ich keine „wichtige“ Post in meinem Mannheimer Büro erwartete, habe ich dieses mehrere Wochen lang nicht besucht – und dort keine Post kontrolliert.

Wiederum einen Monat später erließ das Landgericht Mannheim als „Eilsache“ eine „Einstweilige Verfügung“ ohne Anhörung meiner Person.

Zwei Wochen drauf wurde der Ordnungsgeldantrag gegen mich in Höhe von 3.000 Euro gestellt. Wiederum zwei Wochen drauf war ich wieder in meinem Mannheimer Büro, öffnete die Schreiben, löschte umgehend den Beitrag und nahm anwaltschaftliche Hilfe in Anspruch.

Hätte ich früher davon erfahren, hätte ich über den Rechtsschutz der dju einem Verfahren mit viel Spannung entgegengesehen, weil ich bis heute denke, dass meine Formulierungen sicher hart waren, aber trotzdem von der Meinungsfreiheit gedeckt sind. Da mittlerweile der Beschluss ergangen war, hat sich die dju nicht mehr beteiligt.

Die Sachlage stellte sich so dar: Die erste Instanz würde ich verlieren, weil der Richter sich kaum selbst korrigieren würde. Kostenpunkt: Ca. 5.000 Euro. Auch die zweite Instanz sei kritisch, meinte mein Anwalt. Nochmal 5.000 Euro. Je höher wir kommen würden, umso besser wären die Chancen, doch die 3. Instanz würde wahrscheinlich 10.000 Euro kosten.

In Summe also 20.000 Euro. Das gab die „Kriegskasse“ nicht her.

Also war Schadensbegrenzung angesagt.

Der gegnerische Anwalt hatte mir in der Zwischenzeit nochmals einen Brief geschickt – wie genau das jetzt heißt, dass Anwälte ein und dieselbe Sache zwei Mal abrechnen dürfen, habe ich gerade nicht zur Hand. Auskunft meines Anwalts: „Das ist eher die unfeine Art – aber leider ist das möglich.“

Nun gut: Macht also in Summe zwei Gebühren für den gegnerischen Anwalt, eine Gebühr für meinen Anwalt, Gerichtskosten – voilà sind 3.000 Euro futsch.

Das trifft mich hart, pumpe ich doch alles, was ich habe, in meine localblogs in Heddesheim, Hirschberg und Ladenburg. Die entwickeln sich zwar geschäftlich gut, erreichen aber noch keine schwarze Null.

Mein Anwalt nahm mit dem gegnerischen Anwalt von Frau Görlitz Kontakt auf, signalisierte, dass ich mich „fügen“ würde. Er möge umgekehrt doch bitte auf den Ordnungsgeldantrag verzichten.

Dieses Geld geht in die Staatskasse, sprich, die gegnerische Seite hat nichts davon. So dachte ich zumindest.

Die Antwort war eindeutig. Man habe grundsätzlich kein Interesse, sich zu einigen. So gesehen hatte die Gegenseite doch etwas davon: Es ging ihr ganz klar um Schadensmaximierung auf meiner Seite.

Mein Anwalt schrieb dem Gericht die wahrheitsgemäßen Umstände als Begründung, warum ich nicht reagiert habe, argumentierte, dass auch die Gegenseite eine Mitschuld an meiner Nicht-Reaktion treffe, weil diese mich nicht auch privat angeschrieben hat, wie ganz zu Anfang. Und wies auch darauf hin, dass hier jemand an die Wand geklagt werden solle.

Als „Beweis“ legte ich noch meine Telekom-Abrechnung bei, die zeigte, dass in der fraglichen Zeit kein einziger Anruf aus meinem Büro getätigt wurde.

Der gegnerische Anwalt Braun schrieb daraufhin eine Art „Brandbrief“ ans Landgericht und überschlug sich mit Argumenten, warum die geforderten 3.000 Euro Ordnungsgeld unbedingt gerechtfertigt sein sollten.

Das Landgericht hat nun ein „Mini“-Ordnungsgeld gegen mich erlassen – denn ich habe aus deren Sicht (nachvollziehbar) ordnungswidrig gehandelt. Allerdings hat das Gericht auch anerkannt, dass dies ohne Vorsatz geschah und meine finanzielle Situation berücksichtigt. Gerichtsgebühren folgen noch.

Bei summa summarum rund 3.500 Euro, die mich der „Spaß“ gekostet hat, bin ich nur bedingt erleichtert. 6.000 Euro und mehr hätten meine Laune allerdings nicht eben gerade verbessert. Unterm Strich ist das der teuerste Artikel meiner Karriere.

Der Mannheimer Morgen veröffentlichte zwei Tage nach der Akzeptanz der „Verfügung“ einen Artikel: „Prothmann akzeptiert Verfügung“. http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/688557073.html Zuvor war keine Information über den Rechtsstreit erschienen. Der MM bejubelte den Erfolg, erwähnte, dass mir „Ordnungshaft“ drohe… Man war offensichtlich sehr zufrieden und hatte es geschafft, in dem Text das Wort „heddesheimblog“ zu vermeiden. Auch das eine journalistische Meisterleistung.

Was habe ich jetzt daraus gelernt? Ganz einfach: Ich kontrolliere wöchentlich die Post.

Und ich stelle erstaunt fest, dass sich Frau Görlitz angeblich durch meine Formulierungen in ihrer „beruflichen Ehre“ gekränkt fühlt. Um die „wiederherzustellen“, ist sie juristisch gegen mich vorgegangen, denn journalistisch fehlten ihr offensichtlich die Mittel. Und bei mir ist es dann blöd gelaufen. Das ärgert mich am meisten.

Journalistisch warte ich bis heute darauf, dass Frau Görlitz irgendetwas tut, um zu zeigen, was sie unter „beruflicher Ehre“ versteht. Ich habe da so ganz altbackene Vorstellungen, wie sich anzustrengen, das Beste zu geben usw.

Damit unterstelle ich nicht, dass Frau Görlitz das nicht tut. Ich bin sogar überzeugt davon, dass sie alles tut, was sie kann. Meiner Meinung nach ist das allerdings wenig überzeugend. Müsste ich ihr ein Zeugnis ausstellen, würde ich schreiben müssen: „Sie hat sich bemüht“. Was das heißt, weiß jeder Personaler.

Frau Görlitz, ihr Anwalt und ihr Arbeitgeber werten den Vorgang sicherlich als Erfolg.

Das Glücksgefühl wird nur von kurzer Dauer sein. Im September werde ich die ganze Geschichte nochmals mit allen Dokumenten aufbereiten – die anwaltlichen Schreiben sind eine interessante Lektüre.

 

  • Nannuk

    Kein Wunder, dass niemand so richtig AnwĂ€lte mag. Und Journalisten auch nicht, die sich „bemĂŒhen“, mein ich. Aber ich kann mich auch irren.

  • mspmedia

    Wenn Journalisten der Morbus Crohn der schreibenden Zunft sind, so sind AnwĂ€lte wie Borreliose ĂŒbertragende Zecken, die im Unterholz der menschlichen GrabenkĂ€mpfe auf ihre Chancen lauern. Wenn es irgendwas gibt, wie man Ihnen zur Seite stehen kann – kurze eMail, ich helfe gerne.

  • happyarts

    Irgendwie erwischt es scheinbar jeden einmal. Auch wenn das natĂŒrlich nicht tröstet. Da beide Adressen in deinem Impressum stehen, kann man sie noch nicht mal auf diesem Weg kriegen – sehr Ă€rgerlich. Der DJV bietet Sonderkonditionen fĂŒr eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung an, die mĂŒsste in diesen FĂ€llen zahlen. Bietet das der DJU auch? Die knapp mehr als 100 -‚¬/Jahr dĂŒrften rechnen.

  • Hardy Prothmann

    Guten Tag!Innerhalb des DJV gibt es maßgebliche KrĂ€fte, die versucht haben, mich aufgrund des Artikels bei einer Tagung anzuschwĂ€rzen.Bei einer anderen Tagung des DJV wurde ich ausgeladen.Wieder andere DJV-ler haben ihr Netzwerk angeworfen, um mich zur Inkarnation des Bösen zu stilisieren.Der Anwalt Braun ist ein Haus- und Hof-Advokat des DJV.Ich denke also nicht, dass ich ernsthaft ĂŒberlegen sollte, zum DJV zu wechseln. ;-)Beste GrĂŒĂŸeHardy Prothmann

  • happyarts

    Deine ‚Abneigung‘ gegenĂŒber dem DJV kenne ich (und hĂ€tte dich gern auf dem Podium zum SDJT gesehen bzw. gehört) – aber Du sollst ja nicht dort Mitglied werden, sondern nur eine passende Versicherung abschließen. Die gibt es ja zum GlĂŒck auch von anderen. Das ganze geht auch komplett fĂŒr die Redaktion und ist dann deutlich billiger als bei Einzelversicherung der Personen.Nicht mehr kritisch schreiben ist jedenfalls keine Alternative.

  • Hardy Prothmann

    @happyartsÜber diese Alternative habe ich noch keine Sekunde nachgedacht 😉

  • Anonymous

    Mein Beileid aber du bist da nicht alleine… einmal im Jahr rappelt es auch bei mir gehoerig, besonders, als ich Ende 2008 eine Seite als „dreisteste Content-Aufwaermer in Deutschland“ bezeichnete. Unterlassungserklaerung, Verfahren, erste Instanz verloren, 2. Instanz gewonnen. Der Spass hat mich die von dir bereits befuerchteten 6 grosse Scheine gekostet, aber das war es mir sowas von wert. Verbaende wie der DJV sind mir ebenfalls zuwider, besonders nachdem ich mehrfach Kommentare erhielt nach dem Motto: „man haut keine Kollegen in die Pfanne“. Nun, die Leute die bei mir gebraten wurden sind nicht meine Kollegen. So einfach ist das.Dumm gelaufen Hardy, nicht entmutigen lassen und ich freue mich schon auf die Dokumentation des Falles.weitermachen!

  • Hardy Prothmann

    @sascha Wert wĂ€re es mir das auch gewesen, das Geld ist aber woanders zur Zeit besser investiert.Was die Sicht auf die „Kollegen“ angeht, sind wir einer Meinung.Danke fĂŒr die aufmunternden Worte – klar mache ich weiter und freue mich schon drauf, den nĂ€chsten Bratwurstjournalisten zu grillen.Greets

  • Anonymous

    du haettest die nummer gewonnen, da bin ich mir sicher. das ist durch freie meinungsaeusserung gedeckt. die art und weise, wie das urteil nun durch die gegenseite publizistisch verarbeitet wird, sagt ja eigentlich alles aus und ganz ehrlich, ich glaube da tun sie sich keinen gefallen mit.ja, das tut weh, auch 50 Euro wuerden mich aergern bei so einer geschichte. so laeuft es halt mit vielen „qualitaetsjournalisten“, die gerne um sich treten, aber selber extrem duennhaeutig sind. transparenz und ehrlichkeit setzt sich durch…. irgendwann… ich bin da berufs-optimist

  • Hardy Prothmann

    @sascha Bin Deiner Meinung – durch den blöden Ablauf hĂ€tte ich aber mit dem Ordnungsgeld möglicherweise an die 8.000 Euro „investieren“ mĂŒssen – das gab die Kriegskasse nicht her.Die wird jetzt schön gefĂŒttert und man sieht sich immer zwei Mal im Leben.;-)Ich bin auch grundsĂ€tzlich optimistisch.Auch, dass ich zwar die Rechnung bezahle, die andere Seite aber auch ihren Preis zahlt: Imageverlust. Das ist mit Geld nicht kompensierbar.

  • Ulrike Langer

    Hallo Hardy,Du kennst meine Meinung zum Ursprungsartikel: zu leichtfertig der Gegenseite in die HĂ€nde gespielt. Trotz der ungeschickten Metaphernwahl damals finde ich aber nach wie vor, dass Du in der Sache völlig Recht hast und die feixende Haltung des MM spricht BĂ€nde. NatĂŒrlich freue ich mich auf die Dokumentation des juristischen BegrĂŒndungen (und hoffe, dass Du Dich bei der Veröffentlichung vorher absicherst um nicht erneut finanziell zu bluten). Gruß, Ulrike

  • Hardy Prothmann

    @ulrikeHallo Ulrike,ich bin zwanzig Jahre ohne „einstweilige VerfĂŒgungen“ ausgekommen, bis vor ein paar Jahren kannte ich den Begriff in Zusammenhang mit journalistischen Artikeln gar nicht.Scheint sowas wie die Ausweitung der Kampfzone zu sein.Man lernt dazu und selbstverstĂ€ndlich achte ich in bezug auf den MM in Zukunft genauer als genau auf das, was ich veröffentliche.Das enorme Interesse an diesem Artikel, die Kommentare und die email-Zuschriften zeigen mir aber, dass Frau Görlitz und der MM sich damit ĂŒberhaupt keinen Gefallen getan haben.Ich kenne Deine Meinung zum inkriminierten Artikel, auch andere geschĂ€tzte Kollegen haben mich dafĂŒr kritisiert.Allerdings gab es genauso viele, die sich meiner MeinungsĂ€ußerung angeschlossen haben.Klar ist, der Text hat polarisiert. Man war dagegen oder dafĂŒr. Dazwischen gab es wenig.Die Berichterstattung der Frau Görlitz hat der Rechtsstreit nicht beflĂŒgelt. Soviel steht fest.Was auch feststeht: Es wird nicht nur juristisch gestritten, sondern auch wirtschaftlich.Gestern habe ich den vierten Hinweis bekommen, dass ein Kunde keine Werbung bei mir schalten könne, weil der einen indirekten, aber deutlichen Hinweis erhalten habe, dass dann AuftrĂ€ge verloren sein könnten. Hinweisgeber ist ein großes lokales Zeitungsunternehmen.Das ist nicht mehr nur eine Ausweitung der Kampfzone, das ist Krieg. Feige, hinterhĂ€ltig und skrupellos gefĂŒhrt.Erstaunlich, was ich als einzelner Journalist fĂŒr Reaktionen auslöse. Die Nerven mĂŒssen bei meinen „Feinden“ blank liegen.Schöne GrĂŒĂŸeHardy

  • Matthias B. Krause

    Die Story war vom Stil her grottig, aber 3500 Euro sind als Lehrgeld sicherlich zu hoch. Und was jetzt kommt, nennt man wohl Marktwirtschaft. Oder survival of the fittest. Viel GlĂŒck dabei.

  • Hardy Prothmann

    @matthiasHallo Herr Krause,Ihre Meinung ist Ihre Meinung.Auch Ihre Sicht auf die ZusammenhĂ€nge ist Ihre ganz persönliche.3.500 Euro sind zu hoch? HĂ€tten Ihrer Sicht nach 500 Euro ausgereicht, um mir was beizubringen? Schließlich halten Sie das ja fĂŒr „Lehrgeld“.Und was versteckte Drohungen gegenĂŒber Unternehmen mit Marktwirtschaft zu tun haben sollen, erschließt sich mir auch nicht so ganz.Danke, dass Sie mir GlĂŒck wĂŒnschen. Ich verlass mich lieber auf das, was ich tue.Beste GrĂŒĂŸeHardy Prothmann

  • mittelhesse

    Man darf gespannt sein, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt. Nach meinem bescheidenen DafĂŒrhalten offenbaren sich dabei tiefer liegende GrĂŒnde. Die Diskussionen ĂŒber das SpannungsverhĂ€ltnis zwischen Blogs, die inzwischen die „klassische“ journalistische Szene im Zeitungsbereich aufwirbeln und den etablierten bekannten regionalen und ĂŒberregionalen Namen sind bekannt. Hier zeigt sich, dass ein lokaljournalistisches Angebot, das von einem freien Journalisten auf die Beine gestellt wurde und sich inzwischen in der Region etablieren konnte, offenbar vom lĂ€ngst etablierten Mitbewerber ĂŒber die Maßen gefĂŒrchtet wird. Wettbewerb zwischen Medien gibt es, das ist sicherlich richtig, gekĂ€mpft wird sicherlich auch. Aber es kommt dabei auf die Wahl der Mittel an und die VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit. Wie diese gegeben ist, nun das zu beurteilen, dĂŒrfte vermutlich nicht schwerfallen.Zum Zweiten: Im Mittelhessenblog hatte ich darĂŒber bereits berichtet und darauf hingewiesen, dass die gewĂ€hlte metaphorische Ausdrucksweise keineswegs eine Erfindung Hardy Prothmanns war, sondern bereits auch von Schweizer Kollegen verwendet wurde. Dies hĂ€tte man mit simpler Recherche zeitnah feststellen können. Warum dies nicht geschah und bisher noch nicht geschehen ist, wie die Lage der Dinge den Schluss zulĂ€sst, ist mir nicht nachvollziehbar. Mit dieser Kenntnis hĂ€tte vermutlich die emotionale* Basis fĂŒr die vorgebrachten VorwĂŒrfe gegen Hardy Prothmann nicht aufrechterhalten werden können. In dem betreffenden Schweizer Fall ist nicht bekannt, dass dies anschließend zu einem Gerichtsgang und/oder beruflich negativen Folgen fĂŒr den Kollegen gefĂŒhrt hat. Dies bestĂ€rkt mich in meiner Vermutung, dass es in dem Streit zwischen Hardy Prothmann und der Redakteurin des Mannheimer Morgens in der Tat um mehr als verletzte Ehre geht.Das Mittelhessenblog wird diese Entwicklung beobachten und darĂŒber weiter berichten.Mit bestem Gruß Christoph v. Gallera———————–*Dass emotionale Argumente Grundlage eines juristischen Verfahrens sein können, lĂ€sst mich aus eigenen Erfahrungen und unserer persönlichen Familiengeschichte allerdings an Prozesse denken, die in einem untergegangenen deutschen Staat stattgefunden haben und hinterher als klares Unrechtsverfahren festgestellt wurden. Die Begleichung des materiellen Schadens lĂ€sst dagegen noch auf sich warten