Dienstag, 23. Oktober 2018

Ă„n Monnemer Vollbluddschornalischd plotzt ĂĽber Monnem als Magadzin

„Dass es am Ende PR ist – egal“

Mannheim, 21. März 2014. Ralph KĂĽhnl ist ein…. Nein, anderer Anfang. Ralph KĂĽhnl nennt sich Journalist. Tatsächlich ist er Moderator bei RNF. Das ist angeblich ein journalistisches Regionalfernsehen. Wenn der Ralph mal kein Fernsehen macht, dann bloggt er vor sich hin und bespricht Anzeigenbeilagen. Und wenn ihm die gut gefallen, dann hält er die fĂĽr „ein wahrnehmbar externes Magazin, ein journalistisch-glaubwĂĽrdiges Produkt. “ Er hat quasi sein Hobby zum Beruf gemacht. Oder umgekehrt. Von Hardy Prothmann Und weil die PR-Gruppe der SĂĽddeutschen Zeitung ein Mannheim Magazin gemacht hat, ist der Ralph ganz arg froh: „Irgendwie ist es beruhigend, dass die MĂĽnchner Macher mit ihrem “unverstellten Blick von auĂźen” nichts dramatisch Neues entdeckt haben, das uns einheimischen Medienmachern frĂĽher verborgen geblieben wäre.“ Da ist der dem Ralph also erst das Herz in die Hose gerutscht und dabei hätte er sich so gar keine Sorgen machen mĂĽssen. PR kann eben doch nicht mehr als die einheimischen Medienprofis.

 

Und der Ralph ist ein ganz einheimischer. Auf Twitter nennt er sich unter anderem @kirscheplotzer. Da hat er sich zwar verschrieben, weil das eigentlich Kerscheplotzer heiĂźt. Ein Kerscheplotzer (auch Kärscheblodzer) ist einer, der Kirschen plotzt. Also Kirschen futtert und die Kerne ausspuckt. Einer, der die Ruhe weg hat. Puh, nochmal GlĂĽck gehabt, dass PR-Leute nix anderes finden als Regionalfernsehmoderatoren. Erschd ämol ä paar Kersche plotze. Und der Ralph, der freut sich, so richtig, denn: „Am 26. März wird es der “SĂĽddeutschen Zeitung” beiliegen und so in jeden Winkel der Republik verteilt werden.“ IN JEDEN WINKEL DER REPUBLIK. !!! Wow. Das heiĂźt soviel wie, jeder Deutsche kann das Mannheim Magazin lesen. Mindestens jeder Deutsche.

mannheim magazin kuehnl

Gelernt ist halt gelernt – Hauptsache viele Namen und Funktion hintereinanderreichen und alle sind glĂĽcklich und zufrieden und alles ist toll. Das ist echter Plotzerjournalismus.

Die SĂĽddeutsche ist vermutlich auch sehr froh, dass es das Mannheim Magazin gibt. Hat man sich doch dort gerade von Russland heute verabschiedet. Weil es PR fĂĽr Russland macht. Und wer ist Russland? Richtig. Putin. Und der ist arg, arg böse, deswegen kann man mit dem einfach gar kein Geld mehr verdienen. (So wie der Gathmann keins mehr bei Zeit online verdienen kann und jetzt auf Sauerkirschen ist.) Aber der Dr. Peter Kurz, dass ist der Chef von Mannheim als OberbĂĽrgermeister, der ist ein guter Mann. Und einer, der was ausprobiert, mit Facebook und so. Der hat jetzt einen im Stadtmarketing, der heiĂźt Georg Sahnen (keine Witze bitte) und ist old school – deswegen macht man ja auch teure Print-Zeitungsbeilagen. Denn Mannheim braucht Zuzug – auch gerne von Zeitungslesern ĂĽber 60 anscheinend und aus jedem Winkel der Republik. Im Moment ziehen leider grad vor allem SĂĽdosteuropäer nach Mannheim. Deswegen ist der Ralph auch so ganz aus dem Häuschen – denn der Ralph ist clever. Seinen Fernsehsender gucken nämlich auch viele ĂĽber 60, naja, vielleicht sind sogar noch mehr ĂĽber 70. Und wenn die alle nach Mannheim kommen, ja dann gehen die Quoten… Na was? Durch die Decke. Ich sehe den Ralph schon, wie der lacht und sich freut. So freudegetränkt liest sich auch sein PR-Text, gar nicht so lächelnd steifseriös, wie er immer im Fernsehen rĂĽberkommt.

„Dass es am Ende PR ist – egal“, sagt der Regionalfernsehjournalist, der das durchaus vollkommen ernst meint und verabschiedet sich aus einer arbeitsreichen Woche ins wohlverdiente, kuschelige Wochenende. Vielleicht mit ein paar niedlichen Waschbären? Vergessen hat er nachzufragen, was denn sowas kostet – aber das ist ja auch dippelschisserisch, wie man hier sagt Blöde Journalistenfrage. Online gibt es das tolle neue Magazin auch ab 28. März zu lesen.

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