Sonntag, 24. September 2017

Die Medien und ihre unehrliche Hysterie - die Debatte ĂŒber Antisemitismus darf kein Tabu sein

Broder und die antisemitischen Dreckschleudern

Mannheim, 01. Januar 2013. (red) Am 19. September 2012 habe ich bei Facebook nachstehenden Text veröffentlicht. Der Anlass: Ein ĂŒblicher verbaler Ausfall des radikalen Volksverhetzers Henryk M. Broder gegenĂŒber Jakob Augstein hatte mich geĂ€rgert, weil Broder, der sich fĂŒr so eine Art Abraham der politisch-korrekten Deutung des Begriffs „Antisemitismus“ zu halten scheint, in Wahrheit anderen vorwirft, was er selbst ist: Ein lupenreiner Antisemit, ein Rassist und eine Dreckschleuder vor dem Herrn. Den Text habe ich auf Facebook veröffentlicht, da meine frĂŒhere Website „pushthebutton.de“ brachlag. Als Reaktion auf diesen Text hieß mich Broder zunĂ€chst ebenfalls einen Antisemiten und nannte mich spĂ€ter seinen Analytiker.

Unter Geprothmannt.de haben die bisherigen Texte eine neue Heimat gefunden und der nachfolgende Text kommt mir in der „Zweitauflage“ als Auftakt fĂŒr das Jahr 2013 sehr gelegen. Aktuell wurde Augstein vom Simon-Wiesenthal-Center (SWC) unter die Top-Ten der Antisemiten eingeordnet, wĂ€hrend der Geiferling Broder ein „honest man“ sein soll. Was Herr Broder mit Herrn Augstein auszutragen hat, ist seine/deren Sache. Was fĂŒr ein Hanswurst dieser Typ ist, kann man wunderbar an zwei Texten erkennen, die Broder mir dann gewidmet hat und die ich im Anschluss an meinen Text dokumentiere.

Das von mir geschĂ€tzte Blog „publikative.org“ und der ebenfalls geschĂ€tzte Autor Patrick Gensing haben die Antisemitismus-VorwĂŒrfe gegen Augstein angesichts der SWC-Liste aktuell aufgegriffen und dabei gleich noch GĂŒnter Grass mit ins Boot geholt (siehe meinen Kommentar „Grasse Debatte vom 16. April 2012 auf Rheinneckarblog.de). Den Gensing-Text habe ich kritisch kommentiert, was man dort nachlesen kann. Ob man nun zuerst hier liest oder auf Publikative.org, ist nicht wirklich wichtig – meine Gedanken- und Argumentationskreise schließen sich unabhĂ€ngig von der Reihenfolge. Die Debatte ist gut und nicht nur anscheinend notwendig, damit endlich die Hysterie zur Ordnung gerufen wird und Tabus keine mehr sein dĂŒrfen.

(Hinweis: Unter den Broderschen ErgĂŒssen wird mein Text wiederholt – ich habe diesen Teil (…) wegen Wiederholung ausgelassen.)

Muss man so einen ernst nehmen? SelbstportrĂ€t von Henryk M. Broder, der sich hinter einem blutroten Schal, Vollbart, Sonnenbrille und Kopfbedeckung versteckt. Die Lippen schmal und entschlossen. Jederzeit bereit, alles und jeden wie ein Berserker mit Dreck zu beschleudern, wenn es ihm gerade in den Kram passt. Leider muss man ihn ernst nehmen, weil er zielgenau nicht nur die eigene, sondern die Dummheit vieler mit seiner verbalen GĂŒlle dĂŒngt. Analogien zu Verkleidungen von Terroristen sind nicht ausgeschlossen. Vielleicht sogar gewĂŒnscht? Quelle: wikipedia/Henryk M. Broder, CC BY-SA 3.0

 

Von Hardy Prothmann

Broder und die Dreckschleuder

Zu diesem Thema zu schreiben, muss wohlĂŒberlegt sein. Jedes Denken dazu muss geradezu unter antiseptischen Bedingungen stattfinden. Allerhöchste Vorsicht ist geboten. Wenn man es vermeiden kann, sollte man sich gar nicht Ă€ußern. Und ab und an soll man nur zustimmend nicken. Das Thema sind die Juden, Israel und Henryk M. Broder.

Das geht mir gegen den Strich. Ich brauchen keinen Broder, der der Welt mit vollstÀndig bescheuerten Analogien erklÀren will, ein gewaltbereiter Mob in verschiedenen muslimischen LÀndern sei wie eine Horde unerzogener Kinder.

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article109261353/Die-Schuld-der-Muslime.html

Und der tatsĂ€chlich ein satirisches Bild vom Papst mit einem mindestens viertelstĂŒndigen SchmĂ€hvideo gleichsetzt. Hier ein bepisster Greis, dort ein kinderfickender Asozialer.

Broder ist ein ZĂŒndler, ein Brandstifter. Er sucht Vergleiche zwischen der abendlĂ€ndischen Gesellschaft und den Muslimen, bei denen er weiß, dass sie scheitern werden.

Warum regt er sich so ĂŒber Jakob Augstein auf? Der fragt nach „Wem nĂŒtzt die Gewalt?“ und ein Nutznießer wie Broder meldet sich mit Schaum vorm Maul und heißt Augstein einen lupenreinen Antisemiten. Deswegen:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/mohammed-film-wem-nuetzt-die-welle-der-wut-in-der-islamischen-welt-a-856233.html

Muss man das noch ernst nehmen? Man muss. Weil Broder fĂŒr große Zeitungen wie die Welt schreibt und eine breite Fan-Gemeinde hat, die wild entschlossen ist, alles und jedes, was der ZĂŒndelmeister von sich gibt, fĂŒr „gut“ zu erklĂ€ren. Auch dieses Blog „Achse des Guten“ – wie lĂ€cherlich und gleichzeitig wie aufschlussreich.

Die lupenreiche jĂŒdische Dreckschleuder Broder benutzt dabei ein einfaches Mittel: Provozieren bis zum Anschlag vor dem Hintergrund eines in Deutschland leider noch sehr weit verbreiteten verklemmten Tabus, das auf einem eingeimpften Schuldkomplex beruht: Über Israel und die Juden darf man angesichts der deutschen Geschichte nichts kritisches sagen.

Ich bin 1966 geboren und seit 1978 wurde ich auf der Schule wie alle anderen auch „entnazifiziert“ ohne je ein Nazi gewesen zu sein. Der Spiegel mĂŒht sich seit 50 Jahren ab, Hitler und die Deutschen in allen vorstellbaren Varianten aufzuarbeiten. Und es gibt immer wieder neue Stories.

Dabei waren das nur zwölf Jahre Nazi-Diktatur. Im nahen Osten schwelen die Konflikte schon 60 Jahre. Oho – damit wir uns hier recht verstehen. Hitlerdeutschland und israelische Siedlungspolitik sind genauso wenig vergleichbar wie Stalin-Russland, die Vernichtung der indianischen Kultur in Amerika oder der Völkermord auf dem Balkan oder das autoritĂ€re Regimer der DDR.

TatsĂ€chlich haben alle totalitĂ€ren System etwas gemeinsam: Menschen werden unterdrĂŒckt, gedemĂŒtigt, getötet. Auch die meisten arabischen LĂ€nder sind totalitĂ€re Systeme. Einige davon gerade im Umbruch. Und unterdrĂŒckende System erzeugen Wunden. Schwere Verletzungen. FĂŒr die man Zeit braucht, um sie zu verarbeiten. Kommen aber stĂ€ndig neue Verletzungen hinzu, wird das nichts mit dem Aufarbeiten. Sondern alles wird noch komplizierter, je jĂ€nger das dauert.

Wer ernsthaft behauptet, noch irgendeinen Überblick zu haben, was im Nahen Osten passiert, wer fĂŒr was wann wo die Verantwortung trĂ€gt, wer TĂ€ter oder Opfer ist, der lĂŒgt. Und zwar glatt: Ich habe neben meiner journalistischen Arbeit und neben meinem allgemeinen Interesse an der Weltpolitik mal ĂŒber mehrere Wochen versucht, mich in die Thematik einzulesen und musste irgendwann resigniert aufgeben, weil es zu komplex ist.

Es bleiben nur zwei Möglichkeiten, eine friedliche Zukunft zu gestalten: Verhandlungen, bei denen man sich von allen Verstrickungen frei macht und versucht, vernĂŒnftig eine Zukunft zu gestalten. Doch das ist utopisch, weil es immer wieder Störer wie Broder geben wird, die jeden Versuch einer Einigung sabotieren werden. Denn Broder lebt vom Streit, nicht vom Frieden.

Die andere Lösung ist eine kriegerische. Also die Brodersche Lösung. Man legt alles in Schutt und Asche, unterwirft den Gegner und gibt ihm dann kontrolliert die Möglichkeit, sich manierlich wieder zu entwickeln. In Deutschland war das so und hat funktioniert.

Aber das deutsche Terrorregime kann man eben nicht mit arabischen LĂ€ndern vergleichen. Dort wurde noch kein Weltkrieg angezettelt und dort wurden auch nicht Menschen systematisch vernichtet. Dort kommt es zu AufstĂ€nden und Übergriffen und auch zu Mord und Totschlag und aktuell in Syrien zu einem BĂŒrgerkrieg, der im Vergleich zu allen vergangenen kriegerischen Konflikten in Europa aber nahezu „unbedeutend“ ist. Assad ist ein Diktator und sicher auch ein Verbrecher, der unschuldige Menschen töten lĂ€sst – aber er wird vermutlich nicht im Ansatz soviel Elend erzeugen wie noch vor ein paar Jahren der SchlĂ€chter Milosevic.

Im Nahen Osten gibt es das Land Israel, das totalitĂ€r gegenĂŒber den Nachbarstaaten auftritt. Und richtig – die Nachbarstaaten bedrohen Israel. Wer aber genau hinschaut, sieht ein reiches, entwickeltes Israel und unterentwickelte arme Nachbarstaaten. Und wer noch genauer hinschaut, sieht, das Israel von westlichen LĂ€ndern (allen voran den USA) unterstĂŒtzt und beispielsweise auch von Deutschland mit Kriegswaffen beliefert wird. Und wer noch genauer hinschaut, weiß, dass die arabischen Diktatoren ebenfalls unterstĂŒtzt wurden. Ziemlich verwirrend? Nein, ein großartiges GeschĂ€ft und die Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen.

Autonome arabische Staaten, entwickelt, gebildet, einigermaßen demokratisch – das war ĂŒber die vergangenen Jahrzehnte eine Horrorvision fĂŒr den Westen. Was, wenn die eine funktionierende Allianz bilden wĂŒrden? Was, wenn die mit einem Mal ein ausgeprĂ€gtes Selbstbewusstsein hĂ€tten und ĂŒber sich selbst bestimmten? Oder Israel zu einer Art Gaza herabstufen wĂŒrden? Kein Warenverkehr mehr, kein Zugang zu Bildung, dafĂŒr aber jede Menge UnterstĂŒtzung fĂŒr miteinander konkurrierende jĂŒdisch-extremistische Hardcore-Fundamentalisten?

Schwer vorstellbar – aber immerhin ein Gedankenspiel wert.

Die RealitĂ€t ist eine andere. Hier hauen extremistische Semiten wie Broder auf die Pauke. Interessanterweise traut sich kein Mensch, Broder als das zu bezeichnen, was er ist: Ein lupenreiner Rassist. Und ebenfalls ein Antisemit. Denn er ist ein Moslemhasser vor dem Herrn. NatĂŒrlich hasst er nicht alle Moslems. Die, die ihm nĂŒtzlich sind, benutzt er. Und ab und an leiht er sich auch den Papst aus. Ganz wie es ihm gefĂ€llt und gerade passt.

Broder hat zweifelsohne einen raschen Verstand und große rhetorische FĂ€higkeiten. Trotzdem ist er ein Dummkopf und gefĂ€hrlich. Seine dauerschwelende Wut als Antisemit zielt nur auf Spaltung, niemals auf Versöhnung. Deswegen thematisiert er den Konflikt auch immer wieder und legt Feuer, weil er hofft, dass ihm das seine vergallte Leber rettet. Er wirkt auf mich wie ein asozialer Rechtsextremer, der anderen die Schuld fĂŒr sein erbĂ€rmliches Versagerleben gibt und deswegen auch all seinen Hass in Vernichtungsgedanken von anderen konzentriert. Die Parallelen sind erstaunlich. Sicher sind Rechtsextreme ĂŒberwiegend nicht so sprachgewandt wie Broder, wenn man sich aber den Kern der „Argumentationsketten“ anschaut, sind sie sich aber verblĂŒffend Ă€hnlich. Absolut reduziert ist es der Hass auf das Andere.

Broder weiß um die Schuld, die Israel mit seiner gnadenlosen Siedlungspolitik auf sich geladen hat. Er weiß auch um die Schuld der westlichen LĂ€nder, die den Nahen Osten und Afrika ausgebeutet und auf verlorenem Posten zurĂŒckgelassen haben. Und er weiß, dass man das niemals thematisieren darf, weil sonst Rechnungen aufgemacht werden, die teuer kommen.

Und er weiß natĂŒrlich auch um das schlechte Gewissen, insbesondere der Deutschen. Und er ist wie andere fest entschlossen, die Wunde niemals heilen zu lassen. Moment jetzt? Wunde? Wie jetzt, Deutsche als „Verletzte“? Darf man das so sehen? Deutschland als Opfer?

Ich sehe das schon so. Denn ich bin Jahrgang 1966. Und ich und meine Eltern und meine Großeltern haben nichts mit den Nazis zu tun gehabt. Aber ich bin wie jeder Deutsche mit einer großen geschichtlichen Narbe geboren worden. Das akzeptiere ich. Doch die Wunde war bei mir nie offen. Ich lasse sie auch nicht kĂŒnstlich öffnen. Und ich setze mich wie viele andere in diesem Land fĂŒr Freiheit und Demokratie ein.

Allerdings nicht nur bei uns, sondern auch woanders. Und woanders ist durch große Anteile von Muslimen an den Bevölkerungen auch bei uns und in den deutschen Nachbarstaaten. Diese Menschen haben Sorgen und Hoffnungen, Rechte und Pflichten. Und ich lehne Sonderbehandlungen hier vor Ort klar ab. Woanders muss ich die VerhĂ€ltnisse berĂŒcksichtigen. Wer sich in den USA „oben ohne“ an den Strand legt, bekommt einen Strafzettel oder wird sogar verhaftet. „Die sind noch nicht soweit.“

Wenn mich wie kĂŒrzlich aufgebrachte Kurden in Mannheim mit Steinen bewerfen, dann nehme ich das persönlich. Was nicht heißt, dass ich die UnterdrĂŒckung der Kurden und ihren Wunsch nach Autonomie nicht verstehen kann. Ich kann auch die Sorgen Israels verstehen, aber ebenso die der Araber. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich gewaltvolle Aktionen der einen oder anderen Seite gut heiße.

Und ich sehe wie Jakob Augstein die Instrumentalisierungen von Religionen, Kulturen und Gesellschaften. Und wenn Israel sich widerwĂ€rtig verhĂ€lt, dann rede ich darĂŒber und lasse mir von einem Rassisten und Antisemiten wie Broder nicht den Mund verbieten.

Und selbstverstÀndlich stelle ich das Existenzrecht Israels nicht in Frage und auch nicht, dass das Land und seine Menschen Sicherheit haben wollen. Aber ich frage mich sehr wohl, wie das möglich sein soll bei einer teils menschenverachtenden israelischen Machtpolitik?

Und bei volksverhetzenden Demagogen wie Broder einer ist? Sein Relativismus der Kulturen ist unertrĂ€glich. Er weiß genau um die Geschichte der Christen und was noch vor 70-80 Jahren hier in Deutschland „los“ war. Dagegen sind flaggenverbrennende Muslime ein Ja was? Da fĂ€llt einem angesichts der Fallhöhe kein Vergleich ein. Broder ist das egal.

Man muss ihm unterstellen dĂŒrfen, dass er die Judenverfolgungen in der Sowjetunion ebenso kennt wie andere Pogrome in westlichen europĂ€ischen LĂ€ndern. Er weiß mit Sicherheit einiges darĂŒber, wie die Serben in Bosnien gewĂŒtet haben. Und er kennt sicherlich viele Details ĂŒber die Mudschahedin und heutigen Taliban und die Beteiligung der Sowjetunion und der USA. Er hat sich sicher auch ein wenig mit Georgien oder Aserbaidschan beschĂ€ftigt. Und Broder weiß genau, dass im Vergleich zum Westen viele Regionen dieser Welt tatsĂ€chlich eher in „mittelalterlichen“ ZustĂ€nden sind.

Und er weiß, dass sich das interessierte Seiten – wer auch immer das ist – zunutze machen. Deswegen muss er auch schĂ€umen und Jakob Augstein als Antisemiten diffamieren. Der Fehler Augstein war, eine Frage zu stellen, die Broder persönlich genommen hat: „Cui bono“, wem nĂŒtzt das oder wer nĂŒtzt das aus?

Das ist fĂŒr ihn, als hĂ€tte Augstein ihm einen Spiegel vorgehalten.

P.S. Fasst vergessen. Das muss natĂŒrlich rein als Karikatur. Herr Broder, Sie extremistischer Semit und lupenreiner Antisemit und Rassist: Ich hoffe, Sie verklagen mich.

——

P.P.S. 01. Januar 2013: Ich bin nicht Ihr Analytiker und ich werde das auch niemals sein.

 

Dokumentation der Broderschen ErgĂŒsse

23. September 2012

“Hier hauen extremistische Semiten wie Broder auf die Pauke”

Vor ein paar Tagen postete ich auf achgut einen Beitrag ĂŒber einen pseudonymen Schmierlappen, der unter dem Nome de guerre TomGard seine judenpolitischen Expertisen im “Freitag” verbreitet. Ans Ende des Beitrags setzte ich ein Zitat aus einem Facebook-Eintrag eines mir bis dahin unbekannten Bloggers namens Geprothmannt, der wie viele andere Deutsche darunter leidet, dass man “angesichts der deutschen Geschichte nichts kritisches (ĂŒber Israel) sagen” darf.

So weit, so einfach. Gestern nun bekam ich eine mail von einem Hardy Prothmann, die so lustig ist, dass ich sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchte:

Guten Tag Herr Broder,

sich kritisch zu Ă€ußern, auch heftig zu polemisieren, ist aus meiner Sicht vollkommen in Ordnung. Ich halte das auch nicht anders. Aber ohne jegliche Kenntnis und frei von Recherche und validen Belegen Rufmord zu betreiben, ist was anderes. Sie verwenden ein aus dem Kontext gerissenes Zitat und erwecken dadurch den Eindruck, dass ich ein Judenhasser und Antisemit sei.
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_der_herr_so_das_gescherr1/
Außerdem behaupten Sie, ich sei ein “Freund” von Jakob Augstein, der auf “mich zĂ€hlen” kann. Ich fordere Sie auf, diese falsche Darstellung und unwahre Behauptung umgehend, jedoch spĂ€testens bis 22.9.2012, 12 Uhr zu entfernen. Da ich grundsĂ€tzlich gegen den Abmahnwahn bin, erhalten Sie zunĂ€chst diese kostenfreie Aufforderung. Sollten Sie dem nicht nachkommen, mĂŒsste ich meinen Anwalt in der Sache beauftragen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Hardy Prothmann

Da könnte ja jeder kommen und einfach behaupten, er sei der in 68542 Heddesheim und Umgebung weltberĂŒhmte Journalist Hardy Prothmann, der in seinem HEDDESHEIMBLOG ĂŒber so aufregende Themen wie “Normenkontrollantrag gegen Heddesheimer Bebauungsplan ‘Nördlich der Benzstraße’ gescheitert” oder “GefĂŒhlte Farben und ein individualistischer Hirsch” schreibt bzw. schreiben lĂ€sst. Und der nebenbei auf Facebook unter dem Pseudo Geprothmannt darĂŒber jammert, dass er, obwohl 1966 geboren, “auf der Schule wie alle anderen auch ‘entnazifiziert’ (wurde) ohne je ein Nazi gewesen zu sein”, das heisst, dass er am Geschichtsunterricht teilnehmen musste. So ein Trauma will verarbeitet werden.

Nun bin ich von Natur aus freundlich, höflich und nachgiebig. Und wenn Hardy Prothmann behauptet, er sei Geprothmannt, und wenn er findet, ich habe “ein aus dem Kontext gerissenes Zitat” verwendet und dadurch den Eindruck erweckt, er sei “ein Judenhasser und Antisemit”, dann will ich ihm gerne entgegen kommen und den ganzen Text online stellen, aus dem eindeutig hervorgeht, dass er kein Judenhasser und Antisemit, sondern ein Antisemit und Judenhasser ist und ein Vollpfosten dazu. Here we go:

Broder und die Dreckschleuder
von Geprothmannt, Dienstag, 18. September 2012 um 19:17 ·
Zu diesem Thema zu schreiben, muss wohlĂŒberlegt sein. Jedes Denken dazu muss geradezu unter antiseptischen Bedingungen stattfinden. Allerhöchste Vorsicht ist geboten. Wenn man es vermeiden kann, sollte man sich gar nicht Ă€ußern. Und ab und an soll man nur zustimmend nicken. Das Thema sind die Juden, Israel und Henrik M. Broder.

(…)

Und er weiß, dass sich das interessierte Seiten – wer auch immer das ist – zunutze machen. Deswegen muss er auch schĂ€umen und Jakob Augstein als Antisemiten diffamieren. Der Fehler Augstein war, eine Frage zu stellen, die Broder persönlich genommen hat: “Cui bono”, wem nĂŒtzt das oder wer nĂŒtzt das aus?

Das ist fĂŒr ihn, als hĂ€tte Augstein ihm einen Spiegel vorgehalten.

P.S. Fasst vergessen. Das muss natĂŒrlich rein als Karikatur. Herr Broder, Sie extremistischer Semit und lupenreiner Antisemit und Rassist: Ich hoffe, Sie verklagen mich.

Fortsetzung folgt im Heddesheimblog.“

 

09. Oktober 2012

„Mein Analytiker hat das Wort

Nach einem Parforceritt durch Europa (BRD, DDR, Belgien, Frankreich, Polen, Kalabrien, Island) sitze ich nun allein und verlassen im Cafe Babalu in Reykjavik und arbeite unerledigte mails ab. Einen Mailwechsel möchte ich mit den Achse-Lesern teilen. Es wĂ€re unverantwortlich, ihn einem grĂ¶ĂŸerem Publikum vorzuenthalten.

Am 21.9. bekam ich von einem mir bis dahin unbekannten Mann namens Prothmann eine mail mit der Aufforderung, ihn zu entlinken und ein Zitat von ihm zu löschen:

Guten Tag Herr Broder,

sich kritisch zu Ă€ußern, auch heftig zu polemisieren, ist aus meiner Sicht vollkommen in Ordnung. Ich halte das auch nicht anders. Aber ohne jegliche Kenntnis und frei von Recherche und validen Belegen Rufmord zu betreiben, ist was anderes. Sie verwenden ein aus dem Kontext gerissenes Zitat und erwecken dadurch den Eindruck, dass ich ein Judenhasser und Antisemit sei.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_der_herr_so_das_gescherr1/

Außerdem behaupten Sie, ich sei ein “Freund” von Jakob Augstein, der auf “mich zĂ€hlen” kann. Ich fordere Sie auf, diese falsche Darstellung und unwahre Behauptung umgehend, jedoch spĂ€testens bis 22.9.2012, 12 Uhr zu entfernen. Da ich grundsĂ€tzlich gegen den Abmahnwahn bin, erhalten Sie zunĂ€chst diese kostenfreie Aufforderung.

Sollten Sie dem nicht nachkommen, mĂŒsste ich meinen Anwalt in der Sache beauftragen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Hardy Prothmann
Journalist

Ich googelte den Mann und stelle fest, dass es sich um einen in Heddesheim bei Mannheim weltbekannten Blogger handelt. Also schrieb ich ihm mit dem gebĂŒhrenden Respekt am selben Tag zurĂŒck:

sonst noch etwas, das ich fĂŒr sie tun könnte?

Die Antwort kam umgehend:

Hallo Herr Broder,
nein. Das ist ausreichend.
Gruß
Hardy Prothmann

Ich unternahm nichts, bis mir zwei Wochen spÀter auffiel, dass ich nichts mehr von dem Nicht-Freund von Jakob Augstein gehört hatte:

sehr geehrter herr prothmann,
ich möchte nur mal in aller demut nachfragen, ob sie ihren anwalt schon auf den weg geschickt oder es sich anders ĂŒberlegt haben.
gruss aus reykjavik
b

Drei Tage spÀter liess mich der Spassvogel aus Heddesheim bei Mannheim Folgendes wissen:

Sehr geehrter Herr Broder,

mein Anwalt hat mir abgeraten, sich weiter mit Ihnen zu beschÀftigen und zugeraten, mich meinen wichtigen Aufgaben zu widmen.

Ich befolge den sehr klugen Ratschlag, weil eine Auseinandersetzung mit Ihnen nur durch das von Ihnen ausgehende Übel geprĂ€gt sein kann und angesichts Ihrer Äußerungen und Haltung sinnlos ist.

Sie sind ein Hetzer vor dem Herrn und ich werde es mit Ihnen Ă€hnlich halten wir mit Rechtsradikalen aktuell in meiner Region. Der politische Radikalismus bekommt einen gewisse Aufmerksamkeit, weil es ein großer Fehler wĂ€re, ihn zu verschweigen. Demokratische, verbindliche und friedensorientierte Menschen und Organisationen bekommen aber eine grĂ¶ĂŸere Aufmerksamkeit, weil hierin die grĂ¶ĂŸeren Chancen auf ein gutes Miteinander liegen.

Sie werden unbelehrbar als jĂŒdischer Antisemit weiter Ihren Weg verfolgen, Menschen zu diffamieren, Hass zu schĂŒren und Konflikte zu beschwören. Vieleicht erkennen Sie eines Tages im Spiegel Ihr Antlitz als hĂ€ĂŸliche Fratze. Bislang gehe ich davon aus, dass Sie sich eher selbstverliebt betrachten, sich fĂŒr einen tollen Typen halten und ohne Einsicht von dieser Welt gehen werden.

Wie man sich an Sie erinnern wird, ist sicher offen. Fest steht, nichts an Ihnen ist schöngeistig. Sie sind ein vulgĂ€rer Mensch, ein DefĂ€tist. So schwer mir das auch fĂ€llt, ich bedaure Sie trotzdem sehr. Vor allem, weil es Ihnen nicht an Verstand mangelt. Umso mehr, weil Sie tatsĂ€chlich zu dumm sind, sich dessen zu bedienen. Damit sind Sie dĂŒmmer als die, denen Sie Dummheit vorhalten. Denken Sie mal drĂŒber nach – vielleicht besteht ja noch einen kleine Chance auf Entwicklung.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Hardy Prothmann

Danke, Hardy, das musste mal gesagt werden!“

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.