Sonntag, 24. September 2017

Bild hat recht

Guten Tag!

Was die Bild jeden Tag falsch meldet, wie sie falsch berichtet und Kampagnenjournalismus betreibt, kann man jeden Tag auf http://bildblog.de nachlesen.

Wenn es Bild gelingt, an zutreffende Informationen zu kommen, wie zur Alkoholfahrt der Frau Käßmann, dann ist das so.

Ob die Bild dafür das Scheckbuch gezückt hat, mag so sein und ist sogar sehr wahrscheinlich. Jede Redaktion entscheidet selbst über ihre ethische Richtlinien.

Und Bild hat absolut recht, wenn es heißt: „Wir schützen unsere Informanten.“ Bild schützt damit natürlich auch einen vermutbaren Scheckbuchjournalismus. Aber egal. Das muss man hinnehmen.

Die Polizei hingegen kann das nicht einfach hinnehmen, dass mit großer Wahrscheinlichkeit von Beamten Informationen an Bild gegeben wurden. Und eine Staatsanwaltschaft muss das sorgsam prüfen. Und sollte ein Beamter Geld genommen haben, trifft ihn hoffentlich eine angemessene Strafe.

Eine erste Reaktion aus dem Innenministerium, womöglich habe ein Passant Bild den Tipp gegeben, ist nicht nur unglaubwürdig, sondern geradezu lächerlich. Dieser Passant war anscheinend in der Lage, mit seiner Nase den exakten Atem-Alkoholwert zu ermitteln. Diese absurde Stellungnahme deutet daraufhin, dass der Innenminister kein Interesse an einer Aufklärung hat.

Was mir an der ganzen Sache nicht gefällt: Quellenschutz ist absolut wichtig und insofern ist die Reaktion des Springer-Sprechers Tobias Fröhlich angemessen. Er hat die einzig richtige Antwort gegeben: „Wir schützen unsere Informanten.“

Der Quellenschutz selbst darf aber nicht dafür missbraucht werden, dass hier wechselseitig Geschäfte gemacht werden: „Ich krieg Kohle, Du die Information.“

Der Quellenschutz sollte sauber behandelt werden: „Ich habe brisante Informationen, die wichtig für die Öffentlichkeit sind“, ist eine andere Haltung, als die Gier nach Geld. Wenn Whistleblower ihrem Gewissen folgen, ist es gut und richtig, dass man sie als Quelle schützt.

Wenn Geld für Informationen bezahlt wird, werden die Informationen und der Informant entwertet. Das ist nicht mehr Journalismus, sondern Hehlerei.

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